Corona

Brandenburg startet Corona-Impfung von jüngeren Risikopatienten

Der AstraZeneca-Impfstoff verändert auch in Brandenburg die Corona-Impfstrategie: Nun sollen Risikopatienten unter 65 bei den Impfterminen nachrücken. Sie brauchen aber ein Attest vom Hausarzt.

Von Benjamin Lassiwe Veröffentlicht:
Ein Wegweiser in Eberswalde zeigt zum Parkplatz für ein Impfzentrum. Nun sollen in Brandenburg auch jüngere Risikopatienten die Corona-Impfung erhalten können.

Ein Wegweiser in Eberswalde zeigt zum Parkplatz für ein Impfzentrum. Nun sollen in Brandenburg auch jüngere Risikopatienten die Corona-Impfung erhalten können.

© dpa

Potsdam. Das Land Brandenburg beginnt nun auch mit den Impfungen von schwer erkrankten Patienten aus Risikogruppen, die in der Impfverordnung des Bundes in Prioritätsstufe II einsortiert sind. Das gaben Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne), DRK-Landeschef Hubertus Diemer und der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung, Holger Rostek, am Montag in Potsdam bekannt.

„Wir haben die extreme Durststrecke der Impfstoffknappheit hinter uns“, sagte Nonnemacher. „Wir sind in einer Übergangsphase und müssen ab dem zweiten Quartal mit sehr stark steigenden Impfstofflieferungen rechnen, und das System dann auf Volllast fahren.“

Erst einmal Hausaufgaben bei Ü-80-Jährigen machen

Ab dem kommenden Wochenende sollen alle noch nicht geimpften über 80-Jährigen Briefe bekommen, mit denen sie zur Impfung eingeladen werden. In den Briefen ist eine gesonderte Telefonnummer enthalten, mit denen diese Menschen einen Termin in einem der elf Impfzentren vereinbaren können. Bislang hatte Brandenburg auf schriftliche Benachrichtigungen verzichtet, vor allem die oppositionellen Linken hatten sich aber dafür stark gemacht.

„Die Personen werden nach Geburtsjahrgängen in Jahresscheiben angeschrieben, beginnend bei den Ältesten“, sagte Rostek. Es würden also nicht alle ungeimpften über 80-Jährigen zeitgleich Post erhalten. „Die ersten Briefe werden Ende der Woche bei den Bürgern sein.“ Zudem soll ab Ende der Woche eine Website zur Terminvereinbarung freigeschaltet werden.

Mobile Impfteams sollen nun auch Senioren-WGs aufsuchen

Die mobilen Impfteams, die die Erstimpfungen in den stationären Seniorenheimen Ende der Woche abgeschlossen haben sollen, sollen sich nun um kleinere Einrichtungen, wie etwa Senioren- oder Demenz-WGs kümmern. Zudem sollen sie Wohnheime und Werkstätten für Behinderte aufsuchen.

Mit dem AstraZeneca-Impfstoff, den die STIKO nur für Menschen bis 64 Jahre empfiehlt, sollen nun auch Menschen der Kategorie II geimpft werden. Dabei handelt es sich um Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen, schwerer Diabetes oder einer Adipositas mit einem Body-Mass-Index von über 40.

Diese Menschen benötigen für die Impfung ein Attest ihres Hausarztes und könnten danach über eine auf www.brandenburg-impft.de veröffentlichte Telefonnummer einen Termin in den Impfzentren wahrnehmen.

Lehrer und Erzieher in Hausarztpraxen impfen?

Zudem kann es sein, dass – abhängig von einer Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz der Länder – auch Lehrerinnen und Lehrern sowie Kita-Erzieher mit diesem Impfstoff geimpft werden sollen. Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft erklärte, er könne sich auch vorstellen, dass die Impfungen der Lehrer und Erzieher in den Hausarztpraxen oder in Krankenhäusern stattfinden, „mit einer leichten Tendenz zu den Krankenhäusern.“

Ein Aufsuchen von 1900 Grundschulen und Kitas, wie es in Berlin geplant sei, sei in einem Flächenland wie Brandenburg dagegen nicht möglich. Rostek kündigte an, dass in Kürze auch ein Pilotprojekt zur Impfung in Arztpraxen starte.

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