Mecklenburg-Vorpommern

Corona – Dezentrale Steuerung und Fieberzentren

Insgesamt sind 28 Krankenhäuser im Nordosten vier regionalen Clustern zugeordnet.

Von Dirk Schnack Veröffentlicht: 31.03.2020, 11:09 Uhr

Schwerin. Für die stationäre Aufnahme von COVID-19-Patienten setzt Mecklenburg-Vorpommern auf eine dezentrale Steuerung in vier regionalen Clustern. Zur Entlastung der Arztpraxen werden dort außerdem sogenannte Fieberzentren aufgebaut, die über die weitere Behandlung von Crona-Patienten entscheiden.

Die Koordinierungsstellen der regionalen Cluster wurden an den Helios Kliniken Schwerin, an der Universitätsmedizin Rostock, an der Universitätsmedizin Greifswald und am Dietrich-Bonhoeffer-Klinikum in Neubrandenburg eingerichtet. Ziel ist eine tagesaktuelle Steuerung der Patientenströme möglichst nah an den Ausbruchsherden.

512 Betten zur Beatmung

Zu jedem Cluster zählen neben der Koordinierungsstelle selbst jeweils fünf bis acht weitere Kliniken in der Region. Insgesamt sind 28 Krankenhäuser den vier Clustern zugeordnet. Eingebunden in die Entscheidungen der Koordinierungsstellen ist der jeweils zuständige Ärztliche Leiter Rettungsdienst. In den Clustern wird die Verteilung der Beatmungskapazitäten und des Personals abgestimmt.

Laut Krankenhausgesellschaft Mecklenburg-Vorpommern stehen landesweit 512 Betten zur Beatmung von Patienten auf den Intensiveinheiten zur Verfügung. Weitere rund 100 Plätze könnten aus den Operationssälen als Reserve aktiviert werden.

Wenn ein Cluster an seine Kapazitätsgrenze stößt, sollen nicht an COVID-19 erkrankte Patienten in ausgewählte Rehakliniken verlegt werden, die dafür benannt wurden. Dies sind die Klinik Malchower See für die Schweriner Region, das Tessinum im Ort Tessin für die Region um Rostock, die Medigreif Parkklinik Greifswald und die Median Klinik Bad Sülze für die Region um Greifswald sowie die Bethesda Klinik für die Region um Neubrandenburg.

Diese Kliniken sollen zunächst weiterhin primär mit Reha-Patienten belegt werden. Erst wenn ihre Kapazitäten als Akutkrankenhaus benötigt werden, sollen ihre Reha-Patienten in benachbarte Rehakliniken verlegt werden. Damit geht Mecklenburg-Vorpommern einen anderen Weg als etwa Schleswig-Holstein, das die Aufnahme neuer Reha-Patienten wie berichtet vergangene Woche untersagt hatte, um akutstationäre Ersatzkapazitäten vorzuhalten.

Fieberzentren von KV betrieben

Neben den genannten Maßnahmen will Mecklenburg-Vorpommern landesweit vier Fieberzentren aufbauen, die von der KV betrieben und von den Gesundheitsämtern koordiniert werden sollen. In diesen Zentren soll darüber entschieden werden, welche Weiterbehandlung für Patienten mit positivem Coronavirus-Nachweis angezeigt ist. Ihre Einrichtung in den Zentralorten der vier Cluster soll die Arztpraxen schützen und entlasten.

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