Abgrenzung

Hessische Ärztekammer will keine AfD-Vereinnahmung

In Hessen sieht sich die AfD-Landtagsfraktion „auf einer Linie“ mit der Landesärztekammer, was die Kritik an bestimmten Corona-Maßnahmen anbelangt. Diese Interpretation stößt den Ärzten übel auf.

Von Christoph BarkewitzChristoph Barkewitz Veröffentlicht: 27.10.2020, 15:02 Uhr
Verbittet sich die Vereinnahmung durch die AfD: Hessens Kammerpräsident Dr. Edgar Pinkowski.

Verbittet sich die Vereinnahmung durch die AfD: Hessens Kammerpräsident Dr. Edgar Pinkowski.

© LÄK Hessen

Frankfurt/Wiesbaden. Die Landesärztekammer Hessen und ihr Präsident Dr. Edgar Pinkowski erfreuen sich einer Zustimmung, auf die sie gerne verzichtet hätten.

Die AfD-Fraktion im Wiesbadener Landtag hatte kürzlich in einer Pressemitteilung darauf hingewiesen, die Kammer habe erklärt, eine Maskenpflicht im Freien sei ebenso wenig sinnvoll wie ein Beherbergungsverbot, um die Ausbreitung von COVID-19 einzudämmen. „Wir freuen uns, dass die Landesärztekammer sich in diesen Punkten mit der AfD auf einer Linie befindet“, folgerte deren sozialpolitischer Sprecher Volker Richter.

Wenn die Kammer erkläre, dass Beherbergungsverbote nichts bringen und die Landesregierung dennoch seit dem 27. Juni darauf bestehe, „dann ist diese Corona-Schutzmaßnahme nicht wissenschaftlich begründet, sondern machtpolitisch.“

Auch wenn Pinkowski tatsächlich ein Beherbergungsverbot aus medizinischer Sicht für ungeeignet und eine Maskenpflicht im Freien für nicht sinnvoll hält, geht ihm diese Interpretation der AfD doch zu weit: „Die Landesärztekammer Hessen und ihr Präsident Dr. Edgar Pinkowski verbitten sich ausdrücklich eine politische Vereinnahmung ihrer Positionen durch die AfD-Fraktion im Hessischen Landtag“, heißt es auf Anfrage der „Ärzte Zeitung“.

Schutzmaterialien werden ausgeliefert

Inzwischen hat Pinkowski erneut zur Einhaltung der AHA-Regeln inklusive des neuen Aspekts des Lüftens aufgerufen, um die Verbreitung des Coronavirus einzudämmen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes sei in geschlossenen Räumen, bei Versammlungen oder im Öffentlichen Nahverkehr sinnvoll und wichtig. Gleichzeitig gelte es, Schutzkonzepte für Menschen mit erhöhtem Risiko anpassen– wie in Seniorenheimen.

Die Landesregierung hat unterdessen begonnen, 17 Millionen Masken und fünf Millionen Schutzhandschuhe an Krankenhäuser, Altenpflegeeinrichtungen, Rettungsdienst sowie Einrichtungen der Eingliederungs-, Jugend-, Drogen- und Wohnsitzlosenhilfe zu verteilen, wie Sozialminister Kai Klose (Grüne) mitteilte.

In den Gesundheitsämtern werde eine Notfallreserve an Schutzanzügen, Brillen, Handschuhen und Masken errichtet. Zudem seien die Krankenhäuser angewiesen worden, insgesamt 607 Intensivbetten und 1226 Normalbetten für die Versorgung von COVID-19-Patienten bereitzustellen.

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