Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung

Hessische Landesregierung prüft Konzeptpapier für „Anonymen Krankenschein“

Die Medinetze Gießen und Marburg haben die hessische Landesregierung aufgefordert, schnell etwas für eine bessere Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung zu tun. Die Beratungsstellen haben ein Konzeptpapier entwickelt.

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Wiesbaden. Die Medinetze Gießen und Marburg haben die hessische Landesregierung aufgefordert, schnell etwas für eine bessere Versorgung von Menschen ohne Krankenversicherung zu tun. Diese „klaffende Lücke im Gesundheitssystem“ müsse geschlossen werden, erklärten die Beratungsstellen, die ein Konzeptpapier für einen „Anonymen Krankenschein“ entwickelt haben. Die Medinetze sind Anlaufstelle und Telefonberatung für Menschen ohne Papiere, die medizinische Hilfe benötigen.

Die Landesregierung prüfe derzeit das Konzeptpapier, teilte das Sozialministerium auf eine Anfrage der SPD-Landtagsfraktion in Wiesbaden mit. Details nannte das Ministerium nicht. Expertise holt sich die Landesregierung beim Sozialministerium in Rheinland-Pfalz und beim Gesundheitsamt Frankfurt, wie aus der Antwort hervorgeht.

Laut Koalitionsvertrag will Schwarz-Grün die Einführung eines Fonds zur anonymen Krankenbehandlung prüfen. „Dabei können Modelle des anonymen Krankenscheins aus anderen Ländern Vorbild sein“, heißt es in dem Vertrag.

„Wir fordern die hessenweite Einführung eines Anonymen Behandlungsscheins nach dem Vorbild von Thüringen“, erklärten die Medinetze Gießen und Marburg. Dazu zähle auch ein Sozialfonds für die Finanzierung medizinischer Behandlungskosten in Höhe von mindestens 1,5 Millionen Euro. Zur Ausstellung der Anonymen Behandlungsscheine sollten flächendeckend Vergabestellen eingerichtet werden. (dpa/lhe)

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