Organspende in Nordrhein-Westfalen

Laumann nimmt Kliniken in die Pflicht

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DÜSSELDORF. Der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) fordert von allen Beteiligten eine Kraftanstrengung, um endlich eine Steigerung bei den Organspenden zu erreichen. „Wir müssen hier unsere Hausaufgaben machen“, sagte Laumann bei einer Fachtagung in Düsseldorf.

Es sei nicht akzeptabel, dass das bevölkerungsreichste Bundesland Schlusslicht bei den Organtransplantationen ist. Dem bundesweiten Durchschnitt von 11,5 Organspendern pro eine Million Einwohner stehen in NRW 9,1 gegenüber. „Wir haben ein NRW-Problem, und so lange wir das nicht lösen, werden die Zahlen in Deutschland nicht besser werden“, betonte der Minister.

Die schlechte Lage liege nicht an einer geringeren Spendebereitschaft der Bevölkerung. Die Bürger seien nicht weniger gut aufgeklärt als in anderen Bundesländern. Handlungsbedarf sieht Laumann vor allem in den NRW-Kliniken. „Es liegt an der Identifizierung der Organspender in unseren Krankenhäusern.“

Trotz gleicher Rahmenbedingungen gebe es zwischen den einzelnen Häusern sehr große Unterschiede. Hier müsse man ansetzen. Eine wichtige Rolle kann nach seiner Einschätzung die Auswahl der Transplantationsbeauftragten spielen. „Ist es jemand mit Ansehen und Durchsetzungskraft, oder wählt man jemanden, der nicht besonders stört?“

Laumann unterstützt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in seinem Einsatz für eine Widerspruchsregelung. Eine solche Entscheidung könne man den Menschen zumuten, findet Laumann. „Die jetzige Situation ist in Wahrheit ein Recht auf Nicht-Entscheidung, und das ist ein Problem.“ Klar ist für Laumann dabei, dass die persönliche Entscheidung für oder gegen die Organspende moralisch gleich bewertet werden muss. „Wer nicht spenden möchte, ist kein schlechterer Mensch.“ (iss)

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