Rechtssicherheit für Ärzte

Lauterbach: Für die Corona-Booster-Impfung haftet der Staat

Mehr Rechtssicherheit für Ärzte und Impfwillige: Bei Corona-Impfschäden haftet der Staat, stellt Gesundheitsminister Professor Karl Lauterbach klar. Das gelte auch für den Booster, selbst bei Kindern ab 12 Jahren.

Veröffentlicht:
Lauterbach stellt klar: Für die Booster-Corona-Impfung haftet der Staat

Wir befinden „uns aktuell erneut in einer dynamischen Situation der Pandemie“, so Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach in seinem Brief an die KBV und Gesundheitsminister der Länder (Archivbild).

© Kay Nietfeld/ dpa

Berlin. Nicht nur, wer die Corona-Erst- oder Zweitimpfung erhält, sondern auch wer geboostert wird, hat im Falle eines Impfschadens Versorgungsanspruch nach dem Infektionsschutzgesetz.

Das hat nun Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach in einem Schreiben an die Gesundheitsminister der Länder und die KBV klargestellt. Das soll Ärzten und Impfwilligen nun mehr Rechtssicherheit geben.

Darin stellt er zudem fest, dass auch Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren eine COVID-Auffrischimpfung erhalten können. Hier gelte der Versorgungsanspruch im Falle eines Impfschadens ebenfalls, soweit mit einem für diese Personengruppe „grundsätzlich zugelassenen mRNA-Impfstoff“ geimpft werde.

Eine allgemeine STIKO-Empfehlung für die Auffrischimpfung bei Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren gibt es noch nicht, wie die KBV berichtet. Für Lauterbach ist das aber keine Voraussetzung für den Versorgungsanspruch.

Impfung kann „zulassungsüberschreitend“ erfolgen

Für den Versorgungsanspruch reicht es laut dem Minister, wenn die Impfungen „im Rahmen der arzneimittelrechtlichen Zulassung oder aber auch zulassungsüberschreitend erfolgen, wenn dies nach ärztlicher Einschätzung für die zu impfende Person und nach dem Stand der Wissenschaft medizinisch vertretbar ist“.

Lauterbach skizziert in seinem Brief ganz konkret die Booster-Fälle (mit den mRNA-Impfstoffen), bei denen der Staat unabhängig von den STIKO-Empfehlungen haftet:

  • Bei allen Personen ab 12 Jahren, die mit einer für diese Personengruppe grundsätzlich zugelassenen mRNA-Vakzine geimpft werden. Derzeit kämen hierfür die Impfstoffe von BioNTech/Pfizer und Moderna in Frage. Wobei der Moderna-Impfstoff unter Berücksichtigung der STIKO-Empfehlung „erst ab 30 Jahren verwendet werden“ solle.
  • Auch bei einer Viert- oder weiteren Folgeimpfungen, soweit das nach dem Stand der Wissenschaft vertretbar ist.
  • Bei Kindern ab fünf Jahren, bei denen eine Immunschwäche vorliegt. Denn für diesen Fall kann nach der STIKO-Empfehlung eine Auffrischimpfung bei Kindern erfolgen.

Kinder unter fünf Jahren, auch das stellt Lauterbach klar, könnten nach „derzeitigem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse nicht geimpft werden“.

Die KBV gibt außerdem noch einmal den Hinweis, dass Auffrischimpfungen in der Altersklasse der 12- bis 17-Jährigen mit Comirnaty® von BioNTech/Pfizer erfolgen sollten. Für Kinder von fünf bis elf Jahren komme hingegen ein spezieller Kinderimpfstoff von BioNTech/Pfizer zum Einsatz. (reh)

Lesen sie auch
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.

Chronisch kranke Kinder

Mangelernährung frühzeitig erkennen und konsequent angehen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Danone Deutschland GmbH, Frankfurt/Main
Abb. 1: Patienten mit DMD profitierten von einer über 24-wöchigen Vamorolon-Therapie im Vergleich zu einer Therapie mit Prednison in Bezug auf das Längenwachstum

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [14]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Erstes dissoziatives Kortikosteroid zugelassen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Arzt in einem weißen Arztkittel spricht mit einem männlichen Patienten über die Ergebnisse der medizinischen Untersuchung und gibt anhand dieser eine Behandlungsempfehlung ab.

© Pcess609 / stock.adobe.com

Kommunikationsfehler vermeiden

Tipps: So sollten Sie mit Patienten über Risiken und Zahlen sprechen

Weltkugel mit Viren

© ImageFlow / stock.adobe.com

Review und Leitlinie

Ambulante antivirale COVID-19-Therapie: Was US-Wissenschaftler empfehlen

Das hochintensive Intervalltraining (HIIT) enthält kurze, aber maximale Belastungsphasen mit anschließender kurzer Erholungspause.

© shevtsovy / stock.adobe.com

Prävention kardiometabolischer Risiken

Wie hochintensives Intervalltraining Herz und Lungen stärkt