Appell an Landesregierung

Linke in Sachsen-Anhalt fordert Schließungsmoratorium für Kliniken

In den vergangenen 30 Jahren wurden mehr als 10.000 Klinikbetten im Land abgebaut. Die Linke macht Profitlogik und Privatisierungen als Hauptursache aus.

Veröffentlicht:
Keine Klinik darf mehr dicht gemacht werden: Eva von Angern, Fraktionschefin der Linken im Landtag von Sachsen-Anhalt.

Keine Klinik darf mehr dicht gemacht werden: Eva von Angern, Fraktionschefin der Linken im Landtag von Sachsen-Anhalt.

© Sebastian Kahnert / dpa-Zentralbild / picture alliance

Magdeburg. Die Linke-Fraktion fordert ein Schließungsmoratorium für Krankenhäuser in Sachsen-Anhalt. „Keine Klinik darf mehr dicht gemacht werden“, sagte Fraktionschefin Eva von Angern der Deutschen Presse-Agentur. „Insbesondere für den ländlichen Raum ist jeder Standort wichtig.“

Seit 1991 ist die Zahl der Kliniken in Sachsen-Anhalt von 71 auf 45 gesunken. Die Anzahl der Krankenhausbetten wurde von 25.572 auf 14.558 im Jahr 2021 reduziert. Pro 100.000 Einwohner stehen nun 669 Betten zur Verfügung, vor 30 Jahren waren es noch 898. Die Daten gehen aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamtes hervor, die die Linksfraktion im Bundestag erfragt hat.

Krankenhäuser sollten ausschließlich in öffentlicher Hand sein

„Die Schließungen sind das Ergebnis einer falschen Gesundheitspolitik in Bund und Land, die auf Profitlogik und Privatisierungen setzt. Damit muss Schluss sein“, sagte von Angern. Krankenhäuser gehörten grundsätzlich in öffentliche Hand. „Dafür fordern wir eine landeseigene Krankenhausgesellschaft. Der Ministerpräsident muss endlich mehr tun, um die Lage zu verbessern.“

Die Zukunft der Krankenhauslandschaft wird die Landespolitik weiter beschäftigen. Anfang April war in Magdeburg ein Gutachten vorgestellt worden, das die Landesregierung in Auftrag gegeben hatte. Die Experten empfehlen, die Basisversorgung wohnortnah zu organisieren und schwere Fälle stärker an großen Krankenhäusern zu konzentrieren.

Altmark besonders stark betroffen

Die Altmark ist laut den Gutachtern unterversorgt. Im nördlichen Sachsen-Anhalt komme es teilweise zu langen Fahrzeiten auch bei Angeboten der Basisversorgung. Zudem werde der Mangel an medizinischem Fachpersonal in den nächsten Jahren dazu führen, dass bestimmte Leistungen in Kliniken nicht mehr angeboten werden können. Im Bereich der Kardiologie und der Schlaganfallversorgung stellten die Experten Defizite fest. Es würden zu viele Patientinnen und Patienten in Kliniken behandelt, die dafür nicht geeignet seien, weil beispielsweise die entsprechende Ausstattung fehle. (dpa)

Mehr zum Thema

Ein Blick in den Versorgungsvertrag der AOK Sachsen-Anhalt

Rückenschmerzen: „Eine frühzeitige Intervention ist sehr wichtig“

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband

Versorgungsprogramm von AOK und Klinikum Magdeburg

Ganzheitlich gegen den Rückenschmerz

Kooperation | In Kooperation mit: AOK-Bundesverband
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?