Brandenburg

Mehr Leiharbeit in der Pflege

In Brandenburg ist die Zahl der Leiharbeitsfirmen, die Mitarbeiter in Kliniken und Altenheimen vermitteln, nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums binnen fünf Jahren um 26 Anbieter gestiegen.

Veröffentlicht: 26.06.2020, 12:06 Uhr

Potsdam. In Brandenburg nimmt die Leiharbeit in der Pflege weiter stark zu. Das geht aus einer Antwort des Potsdamer Gesundheitsministeriums auf eine „Kleine Anfrage“ der uckermärkischen Landtagsabgeordneten Carla Kniestedt (Grüne) hervor.

So ist die Zahl der Leiharbeitsfirmen, die Mitarbeiter in Krankenhäuser und Altenheime vermitteln, von 62 Unternehmen in 2015 auf 88 im Jahr 2019 angestiegen. Derzeit seien 1,4 Prozent aller Vollzeitkräfte in der Pflege in Brandenburg Leiharbeitnehmer, „Tendenz stark steigend“, heißt es in der Antwort auf die Anfrage.

„Der Anstieg bei der Zahl der Firmen zeigt, dass viele Menschen so arbeiten wollen“, sagt Kniestedt. „Einer der Gründe scheint zu sein, dass examinierte Pfleger und Schwestern auf diese Weise erheblich mehr verdienen können.“

Die Einrichtungen müssten die Preise der Leiharbeitsfirmen dann zähneknirschend zahlen. „Man wird diese Firmen nicht verbieten können – aber man sollte darüber nachdenken, ob an dieser Stelle nicht auch der Tarif zur Anwendung kommen müsste“, sagte Kniestedt. „Und dann sollten wir alle Kraft in eine Verbesserung der Löhne in der Pflege insgesamt setzen.“

Leasingkraft kostet deutlich mehr

Unzufriedenheit über den steigenden Einsatz von Leiharbeitskräften gibt es auch bei den Trägern. Wie der Pressesprecher des Caritas-Verbands für das Erzbistum Berlin, Thomas Gleißner, auf Anfrage sagte, sei eine Leasingkraft im Durchschnitt doppelt so teuer wie eine fest angestellte Pflegefachkraft. „Diese steigenden Kosten können mit den derzeitigen Vergütungen in der Pflege nicht gegenfinanziert werden“, sagte Gleißner.

„Die Kosten belasten Pflegedienste und Krankenhäuser erheblich und verhindern andere notwendige Investitionen.“ Dennoch könne nicht gänzlich auf Leiharbeit verzichtet werden. Sie dürfe aber nicht zur Dauerlösung werden. (lass)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar „Bessere Arbeitsbedingungen tun not“

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