Kommentar zu Leiharbeit in der Pflege

Bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege tun not

Leiharbeit in der Pflege treibt die Kosten, weil im Notfall höhere Gehälter gefordert werden können. Das eigentliche Problem sind allerdings die niedrigen Regelgehälter.

Von Benjamin LassiweBenjamin Lassiwe Veröffentlicht:

Für Kliniken und Heime gibt es manchmal keine Alternative mehr: Wenn das eigene Personal nicht ausreicht, müssen Leiharbeiter her. Die Leiharbeit in der Pflege hat sich für die Zeitarbeitsbranche zu einem immer wichtigeren Geschäftsmodell entwickelt.

Und zu einer Angelegenheit, die für die Einrichtungen immer teurer wird. Denn Leiharbeitsfirmen locken ihre Mitarbeiter mit hohen Wechselprämien und guten Gehältern. Die die Einrichtungen dann wohl oder übel refinanzieren müssen.

Will man diesen Teufelskreis brechen, geht das nur über die Gehälter: Wenn überall derselbe, gute Tarif gilt, wäre schon viel gewonnen. Denn Pflegekräfte müssen endlich ihren Aufgaben und ihrer Verantwortung gemäß bezahlt werden. Und auch die Arbeitsbedingungen müssen besser werden – das abendliche Klatschen auf dem Balkon in der Corona-Pandemie ist zwar ein netter Gag gewesen, löst aber die schon seit vielen Jahren bestehenden Probleme dieser Branche nicht.

Es ist und bleibt deswegen Aufgabe der Kliniken und Heimbetreiber, ihre Attraktivität für Mitarbeiter so zu steigern, dass es sich nicht mehr lohnt, bei einer Zeitarbeitsfirma anzuheuern. Es ist und bleibt aber auch Aufgabe der Politik, das Gesundheitswesen so auszufinanzieren, dass Kliniken und Heimbetreiber diese Möglichkeiten haben. Und wenn das alles nicht hilft, auch über schärfere gesetzliche Regelungen bis hin zu einem Verbot von Leiharbeitnehmern in der Pflege nachzudenken.

Lesen Sie dazu auch den Bericht: Mehr Leiharbeit in der Pflege

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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