Bayern

Neues Förderprogramm für Kommunen in Bayern zur Stärkung der ärztlichen Versorgung

Bayern will jetzt Kommunen für Maßnahmen zur ärztlichen Versorgung vor Ort fördern. Zum 1. Januar ist eine Richtlinie dazu in Kraft getreten.

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Gesundheitsministerin Judith Gerlach im bayerischen Landtag (Archivbild): Das Land will Bemühungen von Kommunen für eine bessere ärztliche Versorgung unterstützen.

Gesundheitsministerin Judith Gerlach im bayerischen Landtag (Archivbild): Das Land will Bemühungen von Kommunen für eine bessere ärztliche Versorgung unterstützen.

© Rolf Poss/Bildarchiv Bayerischer Landtag

München. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat am Montag ein neues Förderprogramm für Kommunen gestartet. Ab sofort können damit kommunale Projekte finanziell unterstützt werden, mit denen die wohnortnahe ärztliche Versorgung gestärkt wird.

„Wir wollen für alle Bürgerinnen und Bürger in Bayern eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung. Dafür brauchen wir mehr junge Medizinerinnen und Mediziner, die bereit sind, als Ärztinnen und Ärzte auf dem Land zu arbeiten – denn dort werden sie besonders gebraucht“, wird die Ministerin in einer Mitteilung zitiert.

Gerlach erinnerte daran, dass Bayern seit 2012 zur Gewinnung von Ärztinnen und Ärzten für die ländliche Versorgung fast 80 Millionen Euro investiert habe. Dazu gehören die Landarztprämie und und Landarztquote. Immer mehr Gemeinden seien sich der hohen Bedeutung einer wohnortnahen ärztlichen Versorgung bewusst und wollten sich selbst in diesem Bereich engagieren. Gefördert werden sollen unter anderem Maßnahmen im Zusammenhang mit der Gründung kommunaler medizinischer Versorgungszentren (MVZ).

Auch Teampraxen können gefördert werden

Ein weiteres Beispiel sind Maßnahmen zum Aufbau von vernetzten Versorgungseinrichtungen wie zum Beispiel Teampraxen. Pro Projekt liegt die Förderung bei bis zu 150.000 Euro.“

„MVZ sind gerade für junge Ärztinnen und Ärzte sehr attraktiv: Sie ermöglichen ein flexibles Arbeiten wie etwa Teilzeit oder Job-Sharing. Auch müssen die dort angestellten Medizinerinnen und Mediziner keine hohen Investitionen tätigen und haben dadurch kein wirtschaftliches Risiko“, begründete Gerlach die Förderung. Außerdem sei die Belastung durch Bürokratie deutlich geringer als für Ärztinnen und Ärzte, die in einer eigenen Praxis niedergelassen sind.

Gegengewicht zu investorengetragenen MVZ

Wenn sich vermehrt Kommunen bei der Einrichtung von MVZ engagierten, „schaffen wir auch ein Gegengewicht zu investorengetragenen MVZ, denn hier besteht die Gefahr der Abhängigkeit von nur einem oder wenigen Leistungsanbietern“, so die Ministerin.

„Wir wollen auch Kommunen unterstützen, die sich für Teampraxen einsetzen. Der Vorteil von Teampraxen liegt in der Zusammenarbeit Angehöriger verschiedener Facharzt-Disziplinen und Gesundheitsberufe unter einem Dach“, ergänzte die Ministerin.

Im Rahmen des neuen kommunalen Förderprogramms werden auch Imagekampagnen und Marketingaktivitäten zur Gewinnung von Ärzten gefördert sowie Service- und Beratungsangebote der Gemeinden für Ärzte, die sich dort niederlassen möchten. (eb)

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