Corona-Pandemie

Region Nürnberg bei Intensivbetten am Anschlag

In der Metropolregion um Nürnberg war Ende vergangener Woche die Kapazitätsgrenze bei Intensivbetten erreicht. Der Direktor des Klinikums Fürth schlägt aufgrund der COVID-19-Situation nun Alarm.

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Nürnberg. Alle Intensivstationen der Metropolregion Nürnberg/ Fürth/Erlangen hatten sich Ende vergangener Woche vorübergehend für COVID-19- als auch für Nicht-COVID-19-Patienten von der zentralen Leitstelle abgemeldet. Das hat Dr. Manfred Wagner, medizinischer Direktor des Klinikums Fürth, auf Twitter mitgeteilt. „Was muss noch passieren, bis die Politik reagiert?“, fragte er.

Am vergangenen Freitag hatte sich die Situation dann wieder etwas entspannt. „Es war eine außergewöhnliche Situation“, erläuterte Wagner. Sie zeige, wie sehr der gesamte Großraum unter der zusätzlichen Last der Versorgung von COVID-19-Patienten ächzt. Kommt ein Notfall, wird dieser trotzdem versorgt, versicherte der medizinische Direktor.

Doch die Situation werde auf dem Rücken der Mitarbeiter ausgetragen. Selbst wenn freie Betten vorhanden sind, fehle es an den entsprechenden Mitarbeitern. „Die, die hier arbeiten, reißen sich schon seit einem Jahr und länger zusammen“, so Wagner. Die Pflege und Versorgung in den Krankenhäusern hänge von der Bereitschaft zu Mehrarbeit der Mitarbeiter ab. „Wir würden jederzeit einstellen, allein, es gibt kein Personal“, sagt er.

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Kliniken helfen sich gegenseitig aus

War früher die Pflege ein begehrter Beruf, scheint dieser inzwischen nur noch wenig attraktiv zu sein, konstatiert Wagner. Die Entscheidung, Arbeitsbedingungen durch andere Rahmenbedingungen und Tarifvereinbarungen zu verbessern, müsse politisch getroffen werden, forderte er.

Derzeit ist die Zahl der Patienten mit COVID-19 in der Metropolregion so hoch, dass sich die Krankenhäuser gegenseitig aushelfen. Zudem ist das Klinikum Fürth – wie andere Kliniken auch – aufgefordert, sämtliche planbaren, medizinisch nicht dringend notwendigen Operationen zu verschieben.

Am Montag belegten in Nürnberg COVID-19-Patienten rund 27 Prozent der Intensivbetten, 20 von insgesamt 170 Betten waren noch frei, meldet das vom Robert Koch-Institut und der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) betriebene Intensivregister. Anders dagegen im benachbarten Kreis Nürnberger-Land: Dort lag in fast jedem dritten Intensivbett ein COVID-19-Patient – kein Bett war mehr am Montag frei. (bele)

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