Ambulante Versorgung

Sachsen: Streit um die Finanzierung der ambulanten Leistungen

Die sächsischen Landesverbände der Kassen teilten mit, dass sie weiterhin zur Einigung über die Vergütung der niedergelassenen Ärzte im Freistaat bereit sind. Es hätte schon Einigkeit über einen Großteil der Rahmenbedingungen bestanden.

Veröffentlicht:

Dresden. Im Streit um die Finanzierung der ambulanten Leistungen in Sachsen für 2024 haben die gesetzlichen Krankenkassen weitere Verhandlungsbereitschaft signalisiert. Die sächsischen Landesverbände der Kassen seien weiterhin zur Einigung über die Vergütung der niedergelassenen Ärzte im Freistaat bereit und strebten die Fortsetzung der Verhandlungen mit der KV Sachsen an, teilten die Kassen am Dienstagabend gemeinsam in Dresden mit. Am Montag hatte die KV Sachsen die Verhandlungen mit den Kassen für gescheitert erklärt und darüber informiert, deshalb das Schiedsamt angerufen zu haben.

Die Kassen teilten mit, dass mit der KV Sachsen Einigkeit über den Großteil der finanziellen Rahmenbedingungen bestanden habe, und zwar über die Weiterentwicklung der Gesamtvergütung. Diese sollte um 80 Millionen Euro auf knapp 2,4 Milliarden Euro im Jahr 2024 gesteigert werden.

Streitpunkt: Konkrete Verwendung zusätzlicher Fördergelder

Darüber hinaus hätten die Kassen freiwillig 30 Millionen Euro als zusätzliche Fördermittel für bestimmte Arztgruppen und deren Leistungsspektren zugesichert. Damit hätten die Kassen die „Angebotsstruktur in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung für die Versicherten nachhaltig stabilisieren und verbessern“ wollen. Gestritten worden sei in den Verhandlungen nur über die konkrete Verwendung dieser zusätzlichen Fördergelder.

Die KV Sachsen hatte am Montag hingegen mitgeteilt, die Kassen seien nicht bereit gewesen zu akzeptieren, dass in den vergangenen Jahren eine deutliche Verlagerung der Erbringung medizinischer Leistungen vom Krankenhaus in den ambulanten Bereich erfolgt sei und dies nun auch entsprechend finanziert werden müsse. Im Zusammenhang damit hätten die Kassen die Verhandlung über alle in der Vergangenheit geförderten Leistungen vollständig abgelehnt.

Die Kassen sagten allerdings, es sei ihnen in den Verhandlungen darum gegangen, dass die zusätzlich vereinbarten Förderungen zweckgebunden für eine bessere Versorgung und Versorgungsstruktur eingesetzt und nicht nach dem Gießkannenprinzip verteilt würden. Praxen, die mehr oder zusätzliche Leistungen erbringen, sollten von dem Geld profitieren. Außerdem sollten zusätzliche Mittel in neue und bessere Versorgungsstrukturen investiert werden. (sve)

Mehr zum Thema

70 Millionen Euro investiert

Neues Herzzentrum in Chemnitz

Das könnte Sie auch interessieren
Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

© KVNO

Schnell und sicher

Hybrid-DRG Plus: Ambulante Operationen per Mausklick abrechnen

Anzeige | Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DGKN-Kongress in Augsburg

Neue Technik für die Therapie zerebraler Erkrankungen

Treat-to-Target-Strategie

Gicht: Mit der Harnsäure sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko

Lesetipps
Eine Frau steht vor einer schwarzen Wolke.

© 1STunningART / stock.aodbe.com

Keine Modeerscheinung

ADHS im Erwachsenenalter: Das gilt für Diagnostik und Therapie

 Shabnam Fahimi-Weber

© Jochen Tack

Einsatz im Kriegsgebiet

Essener HNO-Ärztin hilft Menschen im Iran via Telemedizin