Gutachten

Versorgung mit Hebammen reicht in Hessen nicht aus

Für nahezu alle Leistungsangebote von Hebammen gibt es laut einer vom Sozialministerium beauftragten Erhebung mehr Nachfrage als Angebot in Hessen.

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Wiesbaden. Ein aktuelles Gutachten des Deutschen Krankenhausinstituts und der Hochschule für Gesundheit Bochum belegt die angespannte Situation der Hebammenversorgung in Hessen. Für nahezu alle Leistungsangebote von Hebammen gibt es laut der vom Sozialministerium beauftragten Erhebung mehr Nachfrage als Angebot.

So berichten 53 Prozent der Hebammen, die Hilfe bei Beschwerden in der Schwangerschaft anbieten, und 77 Prozent derjenigen mit Schwangerenbetreuung im Portfolio, sie hätten mehr Anfragen, als sie bearbeiten konnten. 35 Prozent hatten keine Kapazitäten für die Betreuung während der Schwangerschaft in den nächsten sieben Monaten. Mehr Anfragen zur außerklinischen Geburtsbetreuung als Kapazitäten hatten fast alle Hebammen (Geburtshausgeburtshilfe: 91 Prozent, Hausgeburtshilfe: 96 Prozent).

Immer weniger geburtshilfliche Abteilungen

Die Zahl der Krankenhäuser mit geburtshilflicher Abteilung ging zwischen 2008 und 2018 von 67 auf 50 zurück. Ende 2017 gab es demnach in Hessens Krankenhäusern 780 festangestellte Hebammen (71 Prozent in Teilzeit). Die Gesamtzahl der Hebammen wird aktuell auf knapp 1500 geschätzt.

Mit Hinweis auf eine zu hohe berufliche Belastung haben dem Papier zufolge 38 Prozent der Hebammen in der direkten Versorgung in den vergangenen sechs Monaten erwogen, ihren Beruf aufzugeben, 62 Prozent ihre wöchentliche Arbeitszeit zu reduzieren.

Das Gutachten soll dem voriges Jahr gegründeten Runden Tisch Hebammen nun helfen, Verbesserungen in Sachen Nachwuchssicherung, Personalgewinnung, Weiterbildung und Arbeitsbedingungen zu erreichen, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne). (bar)

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