Highlights 1992

Ärzte wehren sich gegen Seehofers Sparpläne

Sommer 1992: Entsetzen und Wut breiten sich unter Deutschlands Ärzten aus. Freie Ärzteverbände schäumen mit Verbalattacken gegen Seehofers Sparpläne. Sogar von Euthanasie ist die Rede.

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Der Hartmannbund startet die Politisierung des Wartezimmers, manche KVen beteiligen sich mit Rote-Karte-Aktionen daran. Seehofer sagt seine bereits zugesagte Teilnahme am außerordentlichen Ärztetag und am Kassenärztetag Mitte September ab.

Nur mühsam gelingt es dem KBV-Vorsitzenden Dr. Ulrich Oesingmann, einen Gesprächsfaden zu Seehofer zu knüpfen, um dem GSG wenigstens die schärfsten Zähe zu ziehen.

Während der außerordentliche Ärztetag eine Positivliste fordert, um damit das "herrschende Chaos auf dem Arzneimittelmarkt zu beseitigen", gelingt es Oesingmann, den Individual-Malus wegzuverhandeln.

Viel hilft das nicht: Nur eine Woche nach dem Kassenärztetag vereinbaren Koalition und SPD für den 1. bis 4. Oktober eine Klausur in Lahnstein. Das Ziel: ein gemeinsames Gesetz für eine Strukturreform der Krankenkassen. (HL)

Lesen Sie dazu auch: Seehofer nimmt die Medizin in den Schraubstock

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