Neue Doping-Belege

Aufarbeitung auch im Westen gefordert

Veröffentlicht: 28.03.2017, 14:32 Uhr

BERLIN. Nach neuen Enthüllungen hat der Verein Doping-Opfer-Hilfe (DOH) eine gesamtdeutsche Aufarbeitung der Dopingvergangenheit gefordert. "Hier darf nichts mehr hinter der Nebelwand verschwinden, weder in Ost noch in West. Das sind wir den vielen Opfern schuldig", sagte die DOH-Vorsitzende Ines Geipel einer Mitteilung zufolge. Beteiligte Trainer, Ärzte und Funktionäre müssten zur Verantwortung gezogen werden.

Wie am Wochenende bekannt geworden war, hat ein Wissenschaftler von der Uni Hamburg neue Belege für Doping in der Bundesrepublik geliefert: In seiner noch unveröffentlichten Dissertation geben 31 ehemalige West-Leichtathleten zu, dass sie zum Teil über Jahre hinweg anabole Steroide einnahmen. "Damit ist die Dopingvergangenheit des Westens in nie da gewesener Dimension ein Fakt und kann nicht mehr als Schwarze-Schafe-Phänomen wegmoderiert werden", hieß es in der DOH-Mitteilung. (dpa)

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Kommentare
Horst Grünwoldt

Nebelwand?

Das Doping-Opfer Gesicht der Frau Geipel müßte doch längst begriffen haben, dass sowohl der Osten, wie auch der Westen in den 70/80er Jahren im Kampf um sportliches Prestige bedenkenlos alles daran gesetzt hat, die Siegertítel und Medaillien zu erobern!
Dabei haben vor allem Ärzte eine unrühmliche Rolle gespielt, weil sie als Vertrauensperson und verkappte "Zauberdoktoren" an den Erfolgen der Athleten als "Versuchskaninchen" teil haben wollten! So haben sie wie der Herr "Professor" Klümper -ein Spritzendoktor- experimentell den Leistungsportlern nicht nur notwendige Therapeutika verabreicht, sondern pharmakologisch unberechenbare "Klümper-Cocktails".
Somit kann Frau Geipel eigentlich nur noch davor warnen, sich irgendwelchen fragwürdigen Behandlungen und Versprechen von zwielichtigen Sportärzten, Behandlern und Betreuern unkritisch hinzugeben.
Was die "Aufarbeitung" der Doping-Opfer anbelangt, sollten die tatsächlich Geschädigten schlüssig die skrupellosen Täter -sofern noch überlebend- in Sammelklagen vor Gericht bringen. Das ist schließlich mit den höchsten SED- Führern auch geschehen!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock


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