Gesellschaft

Depression und Burn-out - Dauerthema im Profifußball

Wer hilft, wenn der psychische Druck bei Schiedsrichtern und Spielern zu groß wird? Der DFB reagiert bei den Referees, in Vereinen beklagen Profis mangelnde Betreuung.

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Der DFB will die psychologische Betreuung von Schiedsrichtern verbessern.

Der DFB will die psychologische Betreuung von Schiedsrichtern verbessern.

© Foodpics / shutterstock.com

BERLIN (fuh). Fast jeder fünfte Spieler der Fußballbundesliga fühlt sich von seinem Verein psychologisch nicht ausreichend betreut. Das hat eine Befragung des Fachmagazins "Kicker" ergeben".

Der DFB kündigte unterdessen an, dass er nach dem Suizid-Versuch des Referees Barak Rafati die psychologische Betreuung von Schiedsrichtern verbessern will.

An der Befragung des Magazins "Kicker" hatten sich 228 Bundesliga-Profis beteiligt. 6,7 Prozent haben danach in ihrer Karriere schon einmal Depressionen oder Burn-out-Gefühle gehabt.

Das brisante Thema ist im Profigeschäft topaktuell: 2009 etwa hatte Nationaltorhüter Robert Enke Selbstmord begangen.

Nationalspieler Sebastian Deisler beendete vor fünf Jahren seine Karriere wegen anhaltender Depressionen. Und Torhüter Markus Miller von Hannover 96 nahm sich im vergangenen Jahr als Folge von Burn-out ebenso eine Auszeit wie Erfolgstrainer Ralf Rangnick.

"Erheblicher Nacholbedarf"

Er sei "aufgrund eines Erschöpfungssyndroms momentan nicht in der Lage, die Kraft und Energie aufzubringen, seinen Job weiterhin auszuüben", sagte Rangnick, und quittierte im vergangenen September völlig überraschend seinen Dienst bei Schalke 04.

81,8 Prozent der befragten Kicker fühlen sich in ihren Mannschaften psychologisch ausreichend betreut und beraten. 18,2 Prozent allerdings können ihren Teams eine ausreichende Betreuung nicht attestieren. Zumindest in diesem Punkt gebe es unter den 18 Bundesligavereinen offenbar einen "erheblichen Nachholbedarf", konstatiert der "Kicker".

Die Schiedsrichter der Bundesliga hingegen können in Zukunft auf eine bessere psychologische Unterstützung setzen. Das hat der DFB angekündigt. "Wenn es unsere Schiedsrichter wünschen, bekommen sie dauerhaft einen Psychologen als Ansprechpartner zur Seite gestellt", erklärte DFB-Schiedsrichter-Chef Herbert Fandel.

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