Deutlich mehr Akademiker - EU hat ehrgeizige Ziele

In der Europäischen Union soll es künftig weniger Schulabbrecher und mehr Akademiker geben.

Veröffentlicht:

BRÜSSEL (dpa). Nach langem Ringen um europaweit einheitliche Bildungsziele lenkt nun auch Deutschland ein und akzeptiert Vorgaben der EU. Die Staats- und Regierungschefs sollen auf ihrem EU-Gipfel in Brüssel am 17. Juni, entsprechende Ausbildungsziele festlegen. Sie sind Teil der Wachstumsstrategie "Europa 2020".

Wie aus dem Entwurf für den Gipfel-Beschluss hervorgeht, wollen sich die 27 EU-Staaten dazu verpflichten, die Zahl der Schulabbrecher in den nächsten zehn Jahren auf weniger als zehn Prozent zu senken. Daneben sollen 40 Prozent eines Jahrgangs einen Universitätsabschluss oder einen ähnlichen Abschluss erreichen - in diesem Punkt hatte Deutschland darauf gedrungen, dass auch Fachhochschulabschlüsse und die Ausbildung zum Meister dazu gezählt werden.

"Europa 2020" listet fünf Kernziele auf, die in den nächsten zehn Jahren in allen Mitgliedsstaaten erreicht werden sollen und die entscheidend für die Wirtschaftsentwicklung der Europäischen Union sind. Dazu gehören eine Beschäftigungsquote, Ziele für die Ausgaben für Forschung und Entwicklung, für erneuerbare Energien und Umweltschutz, Bildungsziele und Vorgaben für die Armutsbekämpfung.

Die Bundesregierung hatte sich lange gewehrt, weil sie befürchtete, dass EU-Bildungsziele Streit mit den Kulturministern der Bundesländer hervorrufen könnten. Da Bildungspolitik in Deutschland Ländersache ist, kann sich die Bundesregierung nicht ohne deren Einverständnis auf Zielwerte verpflichten lassen.

Auch in dem zweiten kontroversen Punkt, der Armutsbekämpfung, haben die EU-Staaten bereits eine Einigung erzielt - unter Verweis darauf, dass sich die Staaten eigene nationale Ziele setzen können. Armutspolitik ist Teil der Sozialpolitik und damit nationale Angelegenheit. Die EU will nun die Zahl der von Armut bedrohten Menschen bis 2020 um 20 Millionen senken. Das Jahr 2010 hat die EU als "Europäisches Jahr gegen Armut und Ausgrenzung" ausgerufen. Es soll das öffentliche Bewusstsein für die sozialen Themen stärken und die Risiken verringern, in Armut oder Ausgrenzung zu schliddern. Die Bundesregierung fördert dazu 40 Projekte - die aber von Armutsforschern kritisiert werden.

Schlagworte:
Mehr zum Thema

Leitartikel

Expertenrat? Ein eingeengter Blick

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Umstellung auf Living Guideline

S3-Leitlinie zu Pankreaskrebs aktualisiert

Nach Koronararterien-Bypass-Operation

Studie: Weniger postoperatives Delir durch kognitives Training

Lesetipps
Gefangen in der Gedankenspirale: Personen mit Depressionen und übertriebenen Ängsten profitieren von Entropie-steigernden Wirkstoffen wie Psychedelika.

© Jacqueline Weber / stock.adobe.com

Jahrestagung Amerikanische Neurologen

Eine Frage der Entropie: Wie Psychedelika bei Depressionen wirken

Gesundheitsminister Lauterbach hat angekündigt, den Entwurf für die Klinikreform am 8. Mai im Kabinett beraten lassen zu wollen. 

© picture alliance / Geisler-Fotopress

Großes Reformpuzzle

So will Lauterbach den Krankenhaus-Sektor umbauen