Glücksatlas

Deutsche sind wieder glücklicher

Im Vergleich zu den Vorjahren haben Deutsche häufiger Glücksgefühle. Allerdings fühlen sich 53 Prozent der Berufstätigen gestresst davon, ständig für Kunden erreichbar zu sein. Das zeigt der aktuelle "Glücksatlas".

Von Anne Zegelman Veröffentlicht:
Happy Deutsche.

Happy Deutsche.

© Begsteiger / dpa

BERLIN. Deutschland ist erstmals seit zwei Jahren wieder etwas glücklicher geworden. Das geht aus dem am Mittwoch in Berlin vorgestellten Glücksatals 2015 hervor, der jährlich von der Deutschen Post DHL Gruppe erarbeitet wird.

Der sogenannte Glücksindex wird auf einer Skala von 0 bis 10 gemessen und in diesem Jahr zum fünften Mal herausgegeben. Laut Index hat die Zufriedenheit der Deutschen leicht zugenommen und liegt aktuell bei einem Wert von 7,02. Im vergangenen Jahr lag sie bei 6,96 Punkten.

Im europäischen Vergleich verliert Deutschland einen Platz zum Vorjahr und rutscht hinter Irland auf Position 10 der insgesamt 30 Nationen ab.

25 Jahre nach der Wende hat sich beim Glücksempfinden auch der Abstand zwischen Ost- und Westdeutschland weiter verringert; die Differenz beträgt nun lediglich noch 0,15 Punkte.

So gering war der Unterschied seit der Wiedervereinigung noch nie. Besonders zufrieden sind die Menschen dem Ranking nach wie auch schon im Vorjahr in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern steht am Ende der Skala.

Anforderungen an den Arbeitsplatz

Die Glücksforscher interessieren sich neben persönlichen Faktoren vor allem dafür, wie stark äußere Umstände wie wirtschaftliche Faktoren und die Arbeitslosenquote das Glücksempfinden beeinflussen. Schwerpunkte sind diesmal die Zufriedenheit im Arbeitsleben und die Auswirkungen der Digitalisierung.

Dazu haben Professor Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg und Reinhard Schlinkert vom Bonner Meinungsforschungsinstitut dimap herausgefunden, dass die Zufriedenheit mit der Arbeit über Geschlechter und Generationen hinweg hoch ist.

69 Prozent der Berufstätigen nennen dazu einen Wert zwischen 8 und 10. Auch die Digitalisierung bewerten die Berufstätigen überwiegend positiv.

55 Prozent der Berufstätigen geben an, die Digitalisierung habe ihren Berufsalltag eher erleichtert, für 10 Prozent hat sie ihn erschwert. Für 71 Prozent ist die Kommunikation mit Kunden und Kollegen durch die neuen Technologien leichter geworden, und 61 Prozent der Berufstätigen meinen, sie seien dadurch produktiver.

Differenzierte Ansicht

Allerdings sehen die Befragten die Digitalisierung durchaus differenziert. 39 Prozent meinen, ihre Arbeitszeit durch den technischen Fortschritt besser einteilen zu können, 60 Prozent sehen das nicht so.

47 Prozent sagen sogar, ihre Tätigkeit sei durch die digitale Technik stressiger geworden, und 40 Prozent haben das Gefühl, sie würden dadurch stärker überwacht.

Die ständige Erreichbarkeit für Kunden, Kollegen und Vorgesetzte wird von 53 Prozent der Berufstätigen eher negativ bewertet, jeder Dritte sieht sie eher positiv.

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