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Glosse

Die Duftmarke: Dauer-Daddeln

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Haben Sie sich eigentlich mal die Frage gestellt, wie viel Zeit Sie pro Woche in Ihrer Praxis verbringen? Heißt die Antwort 60 bis 70 Stunden, sind Sie ziemlich nah dran an dem, womit unser Nachwuchs seinen Alltag verbringt: Laut einer Studie der Postbank sind Jugendliche sage und schreibe 71,5 Stunden pro Woche online. Drei volle Tage, geht’s noch? Schlaf, Mahlzeiten und Pipipausen nicht mit eingerechnet wohlgemerkt.

Da tröstet auch nicht der Hinweis der Banker, dass die Jungen und Mädchen ihren Internet-Konsum gegenüber den Vorjahren angeblich deutlich heruntergeschraubt haben. 2020 waren es noch mehr als 80 Stunden.

Man muss sich das einmal vorstellen: Während wir mit der Arbeit am Patienten unserem mühsamen Tagwerk nachgehen, daddeln und scrollen die Teenies in Vollzeit vor sich hin. Vorschnell verteufeln sollten wir das ausufernde Aufs-Handy-Starren aber nicht. Denn die Nachricht vom Fachkräftemangel im Gesundheitssektor ist mit Sicherheit inzwischen auch zu den jungen Leuten vorgedrungen. Wischen, liken, klicken in Sekundenschnelle: Wenn das mal nicht beste Voraussetzungen sind, um sich im Lauterbach'schen Digitalgesetz-Wirrwarr zurechtzufinden.

Spätestens wenn die Stunde der elektronischen Patientenakte geschlagen hat, können die Jugendlichen auftrumpfen. Wer weiß, vielleicht findet sich unsere Krankengeschichte demnächst auf Instagram. Oder noch besser: als TikTok-taugliches Tanzvideo.

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