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Glosse

Die Duftmarke: Insider im Knast

Auf den Bau bauen: Ein neuer Markt tut sich für Ärzte auf – der Gefängnisarzt. Nein nein, Sie verstehen falsch: Ein Mediziner, der aus seiner Zelle heraus praktiziert. Über die Vorteile des Insassenarzttums.

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Sind Sie genervt von langen Arbeitstagen in der Klinik oder schäumen Sie des Öfteren mal vor Wut über den x-ten Stau auf dem Weg in Ihre Praxis? Keine Lust mehr auf Streitigkeiten mit den Kassen über Abrechnungen? Es gibt eine Lösung für solche alltäglichen Frustrationen: Werden Sie Gefängnisarzt! Aber jetzt nicht, wie Sie denken... Werden Sie Teil einen neuen Konzepts und arbeiten Sie als praktizierender Arzt direkt aus Ihrer Gefängniszelle.

Das hat nachweislich viele Vorteile: Durch das fehlende Pendeln sparen Sie viel Zeit und können hervorragend im Homeoffice arbeiten. Wartezimmer? Können Sie sich sparen: Als moderne Terminpraxis kommen Patienten aus ihren Zellen, wenn Sie sie einbestellen. Die haben ja auch Zeit. Weiteres Plus: Sie lernen interessante Menschen aus allen Gesellschaftsteilen kennen.

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Noch immer nicht überzeugt? Lassen Sie mich die Vorteile bei der Abrechnung verdeutlichen: Wegen des Personalmangels wird eine eigene, äußerst großzügige Gefängnisgebührenordnung der Ärzte – die GGOÄ – derzeit ausgearbeitet. Konkurrenz? Gibt es nicht – und bei Gefängnisschlägereien sind Sie eh als Erster vor Ort. „Insider“ eben.

Haben Sie Lust auf Kooperation, können Sie mit anderen Insassenärzten ein GVZ gründen. Der Markt ist groß: 44.000 potenzielle Patienten sitzen gerade in deutschen Gefängnissen. Und denken Sie größer: Locken Sie die Menschen außerhalb der Mauern an! Dann fahren Patienten künftig nicht mehr nach Ungarn zur günstigen Behandlung, sondern zu Ihnen in die JVA Kiel.

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