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Food Report

Die klassische Mahlzeit hat ausgedient

Das Essverhalten in Deutschland verändert sich: Ein schnelles "Essen to go" scheint die drei Hauptmahlzeiten abzulösen. Auch gibt es einen Trend zu bewusstem Genuss, wie es im neuen Food Report heißt.

Margarethe UrbanekVon Margarethe Urbanek Veröffentlicht:
Gesundheit ist eines der zentralen Themen, die Verbraucher bei der Wahl ihrer Lebensmittel beeinflussen.

Gesundheit ist eines der zentralen Themen, die Verbraucher bei der Wahl ihrer Lebensmittel beeinflussen.

© cometary / Getty Images / iSt

FRANKFURT/MAIN. Gesundheit ist für viele Verbraucher ein Synonym für ein gutes Leben, das sich in Kultur und Selbstverständnis von Gesellschaften manifestiert hat und besonderen Einfluss auf das Essverhalten der Menschen hat – und einer der Trends mit Einfluss auf das Essverhalten, den die renommierte Ernährungsforscherin Hanni Rützler am Montag in Frankfurt in ihrem „Food Report 2020“ vorgestellt hat.

Herausgeber ist das Zukunftsinstitut in Kooperation mit der „Lebensmittel Zeitung“, „GV-Praxis“ und „Foodservice“. Seit gut 25 Jahren beschäftigt sich Rützler mit Gegenwart und Zukunft der Esskultur und wirkt mit ihren Forschungen auf unter anderem Konsumenten, Lebensmittelproduzenten oder Gesundheitspolitik.

Dynamik der Esskultur

Die sogenannte „Snackification“ wird laut Rützler die Ernährungstrends des Jahres 2020 dominieren. Sie sei Ausdruck eines flexibleren, spontaneren und individuelleren Essverhaltens.

Im deutschsprachigen Raum komme man vermehrt ab vom klassischen Konzept der drei Hauptmahlzeiten. Entsprechend reagierten Gastronomie, Einzelhandel und Industrie mit schnellen „To-go“-Angeboten.

In den vergangenen Jahren sei jedoch unter Verbrauchern nicht nur der Wunsch nach Zeitersparnis bei der Nahrungszubereitung und -aufnahme gestiegen, sondern auch das Bedürfnis, sich gesund zu ernähren.

„Gemüse spielt die Hauptrolle auf dem Teller, Gesundheit tritt in den Vordergrund, Convenience und Fast Food muss gesund sein“, fasst Rützler die aktuellsten Entwicklungen zusammen. Harry Gatterer, Geschäftsführer des Zukunftsinstituts, ergänzt, dass auch Fertiggerichte aus Verbrauchersicht aus natürlichen Zutaten bestehen und gesund sein sollten.

Welche Lebensmittel dabei als gesund gelten, ist immer wieder auch Gegenstand politischer Debatten. Das zeigt sich etwa an der andauernden Diskussion zur Lebensmittelkennzeichnung von Fertigprodukten.

Jüngst hatte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner das Max-Rubner-Institut beauftragt, vorhandene Optionen der Lebensmittelkennzeichnung zu prüfen. Ärztevereinigungen und Foodwatch dauert das zu lange. Sie fordern, mit Blick auf die zunehmende Verbreitung von Adipositas in der Gesellschaft, eine schnelle Entscheidung.

Als effektivstes Modell erwiese sich ihrer Sicht das Nutri-Score-System, das einer Studie zufolge auch von Verbrauchern einfach verstanden wird.

Bewusst auslassen

Rützer erkennt in ihrem Food Report, dass es dem Verbraucher zunehmend um ökologische, ethische und gesundheitliche Aspekte geht.

Der Trend hin zu bewusstem Genuss sei demnach eng gebunden an Werte, sprich „fair und nachhaltige produzierte Lebensmittel von hoher sensorischer Qualität. Konkret heißt es dort: „Essen soll nicht nur gut schmecken, sondern auch gut zu denken sein.“

Denn, so Rützler, die eine „Revolution der Esskultur“ ausmacht: Der Mensch sei nicht mehr nur sprichwörtlich das, was er isst, sondern „immer mehr auch das, was er bewusst nicht isst.“

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