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Glosse

Duftmarke: Impfsammler

Aller guten Dinge sind 87: Warum Ärzte bei der Corona-Impfung freizügig sein sollten – und wieso das dem Praxismanagement nützt.

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Wie viel hätten’s denn gern? Was wie der klassische Spruch vor der Wursttheke anmutet, kommt manchem Arzt und mancher Ärztin bekannt vor. Als moderner Dienstleister sollen sie den Wünschen der Kunden, äh Patienten, entsprechen — und diese meinen bei der Corona-Impfung manchmal: Viel hilft viel. Verunsichert von der Debatte zwischen STIKO-Chef Mertens (Team „Strikte Evidenz“) und Gesundheitsminister Lauterbach (Team „Vorsicht“) müssen insbesondere Hausärztinnen und Hausärzte den Patienten ihre Position darstellen.

Aber warum eigentlich so zurückhaltend? Ein Mann soll sich in Sachsen 87 Mal eine COVID-19-Impfung geholt haben — bis zu drei Dosen täglich. Das ist für Praxen doch auch machbar: Impflinge könnten Sie morgens, in deren Mittagspause und zum Feierabend einbestellen. Vorteil für die Praxen ist, dass die No-Show-Quote niedrig sein dürfte: Wer zwei Spritzen erhalten hat, will doch das Tages-Regime dann auch durchziehen.

(Praxis-)Organisation ist alles! Und Leitlinien kann man ja auch mal als, na ja, unverbindliche Empfehlungen interpretieren. Lieber dutzendfach gegen SARS-CoV-2 impfen, als den guten Impfstoff verfallen zu lassen. Das ärgert doch nur — den Gesundheitsminister und Steuerzahler. Und für jede zehnte Impfung gibt’s einen motivierenden Smiley im Impfbuch: Das freut den Impfsammler.

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