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Fast alle alten Menschen haben sexuelle Phantasien

NEU-ISENBURG (Smi). Ob alte Menschen Sex haben, hängt in erster Linie vom Vorhandensein einer Partnerschaft ab. Sexuelle Wünsche und Phantasien bleiben bis ins hohe Alter erhalten, wie neuere Forschungen ergeben haben.

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Jahrhundertelang galten ältere Menschen wie Kinder als asexuell. Das hatte auch Auswirkungen auf die Forschung, so daß sich erst neuere Studien mit dem Thema befassen. Dr. Hermann J. Berberich, Urologe aus Frankfurt am Main, hat diese jetzt gesichtet und in einer Übersichtsarbeit zum Teil überraschende Erkenntnisse aufgezeigt ("Der Urologe" 9, 2004, 1076).

Eine der wichtigsten Aussagen: Die sexuelle Aktivität nimmt zwar mit dem Alter ab (bei Frauen stärker als bei Männern); setzt man eine Partnerschaft voraus, unterscheidet sich die sexuelle Aktivität eines 18jährigen Mannes (94 Prozent) jedoch nicht wesentlich von der eines 60jährigen (90,4 Prozent).

Insbesondere der Wunsch nach Zärtlichkeit im Alltag bleibt bei der Mehrheit der befragten Frauen und Männer bis ins hohe Alter erhalten.

Unterschiede in der sexuellen Wahrnehmung gibt es, wenn nach Geschlechtern unterschieden wird. So ist bei Männern der Wunsch nach genitalem Verkehr selbst bei über 75jährigen mit 61,2 Prozent stark vorhanden, bei den Frauen sind es nur 46,7 Prozent. Über sexuelle Gedanken, Phantasien und Träume berichteten einer Umfrage zufolge 97,3 Prozent der Männer bis 75 Jahre und 73,3 Prozent der Frauen. Überhaupt kein sexuelles Interesse zeigen nur 0,8 Prozent der älteren Männer und 2,9 Prozent der älteren Frauen.

Sexualstörungen im Alter, so Berberichs Erkenntnisse, hängen häufiger mit psychischen und partnerschaftsbezogenen Veränderungen zusammen als mit körperlichen. Grundsätzlich unterscheide sich das sexualtherapeutische Vorgehen bei älteren Paaren nicht von der Behandlung jüngerer Paare.

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