Unfallträchtiger Beruf

Feuerwehrleute leben gefährlich

Feuerwehrleute sind einem deutlich höheren Unfallrisiko ausgesetzt als andere Beschäftigte. Das belegen aktuelle Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. Zusätzliche Gefahren drohen durch die Folgen des Klimawandels.

Veröffentlicht:
Feuerwehr im Einsatz: Der Klimawandel könne die Gefahrenlage für die Einsatzkräfte weiter erhöhen,

Feuerwehr im Einsatz: Der Klimawandel könne die Gefahrenlage für die Einsatzkräfte weiter erhöhen,

© filmbildfabrik.de / stock.adobe.com

Berlin. Sie retten andere und setzen sich dabei selbst einem hohen Risiko aus: Im Jahr 2019 erlitten Angehörige der freiwilligen Feuerwehr mehr als 4500 meldepflichtige Arbeitsunfälle und über 380 Wegeunfälle. Dabei kamen laut aktuellen Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sechs Feuerwehrmänner zu Tode.

In rund 2450 Fällen seien neue Renten an Versicherte oder ihre Hinterbliebenen ausgezahlt worden. Die DGUV sprach von einem „Indiz für einen besonders schweren Unfallverlauf“, dem Feuerwehrleute ausgesetzt seien.

Insgesamt sind in Deutschland mehr als 1,3 Millionen freiwillige Feuerwehrleute über die gesetzliche Unfallversicherung gegen die Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten versichert.

Besonders schwere Unfallverläufe

„Die Unfallzahlen des vergangenen Jahres zeigen, wie auch schon die der Jahre davor, dass der ehrenamtliche Feuerwehrdienst mit Risiken verbunden ist, die leider immer wieder zu schweren und sogar tödlichen Unfällen bei den Einsatzkräften führen“, sagte Tim Pelzl, Leiter des Fachbereichs Feuerwehren, Hilfeleistungen, Brandschutz der DGUV.

Pelzl appellierte an alle verantwortlichen Personen und Feuerwehrführungskräfte, sich noch mehr für die Prävention von Unfällen im Feuerwehrdienst einzusetzen.

Neue Gefahren durch Klimawandel

Der Klimawandel könne die Gefahrenlage für die Einsatzkräfte der Feuerwehr weiter erhöhen, warnte Pelzl. Mit steigenden Temperaturen komme es vermutlich häufiger zu Starkregen-Ereignissen, Überflutungen und Vegetationsbränden. Dadurch seien Feuerwehrleute zusätzlichen Gefahren ausgesetzt.

Aspekte von Sicherheit und Gesundheit seien daher verstärkt in die Aus- und Fortbildungspläne der Feuerwehren zu integrieren. Das feuerwehrspezifische Vorschriften- und Regelwerk der DGUV wie auch Feuerwehrdienstvorschriften der Bundesländer böten eine hervorragende Grundlage dafür, so Pelzl. (hom)

Mehr zum Thema

Beratungsstellen der Diakonie Schleswig-Holstein

Psychologische Hilfe für Menschen aus der Ukraine

Steigende Corona-Inzidenz

So ist die COVID-19-Lage auf deutschen Intensivstationen

Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Handschlag mit sich selbst: Im MVZ können sich die Gesellschafter-Geschäftsführer selbst anstellen, so das BSG.

© Lagunov / stock.adobe.com

Bundessozialgericht

Selbsteinstellung im MVZ? Unter bestimmten Voraussetzungen möglich

Die meisten Behandlungsfehler passieren im stationären Bereich. Das lässt eine nicht repräsentative Analyse des Medizinischer Dienst Bundes vermuten. 

© Blue Planet Studio / stock.adobe.com

Behandlungsfehler-Statistik

MD-Bund: „Never Events“ endlich verpflichtend melden!

Schlafstörung? Da greifen viele Patienten eigenständig zu Melatonin. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© Yakobchuk Olena / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Schlafstörungen: Vorsicht vor unkritischem Melatonin-Einsatz