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Lebensmittelkennzeichung

Grüner Vorstoß für bunte Infos

In puncto Lebensmittelkennzeichnung stehen die Zeichen auf Konfrontation: Bundesernährungsministerin Klöckner will die Verbraucher abstimmen lassen. Grüne Landesminister streben bei der Verbraucherschutzkonferenz gesetzliche Vorgaben an.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Verständliche Nährwertangaben auf Lebensmitteln können Verbrauchern helfen, Übergewicht vorzubeugen.

Verständliche Nährwertangaben auf Lebensmitteln können Verbrauchern helfen, Übergewicht vorzubeugen.

© Samo Trebizan / stock.adobe.com

MAINZ/BERLIN. Die Grünen positionieren sich bei der am Mittwoch in Mainz gestarteten Verbraucherschutzministerkonferenz (VSMK) als Verfechter einer farblich abgestuften Kennzeichnung zum Nährwert von Lebensmitteln auf der Vorderseite von Verpackungen wie dem Nutri-Score.

Eingebracht wird der entsprechende Antrag von der rheinland-pfälzischen Verbraucherschutzministerin Anne Spiegel (Grüne), die derzeit den VSMK-Vorsitz innehat. Inhaltlich erarbeitet wurde der Antrag von Parteifreundin und Landesernährungsministerin Ulrike Höfken.

„Um Übergewicht langfristig vorzubeugen, reicht Ernährungsbildung allein nicht aus. Neben dieser und einem gesunden, nachhaltigen Verpflegungsangebot ist eine farbliche Nährwertkennzeichnung ein zentraler Baustein zur Prävention“, hob Höfken jüngst bei einer Diskussionsveranstaltung zur Nährwertkennzeichnung hervor.

Die Situation sei ernst: Rund ein Drittel der Gesundheitskosten in Deutschland gingen auf das Konto von Übergewicht und seinen Begleiterkrankungen.

Transparenz schaffen

Etwa 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sowie mehr als die Hälfte der Erwachsenen wögen zu viel.

„Daher setzen wir uns auf der Verbraucherschutzministerkonferenz gemeinsam mit Berlin für eine farbliche Nährwertkennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmitteln ein. Das schafft Transparenz, ermöglicht Kunden eine differenzierte Einkaufsentscheidung an der Supermarktkasse und ist längst überfällig“, so Höfken weiter. Mit der Unterstützung aus Berlin ist Verbraucherschutzsenator Dr. Dirk Behrendt (Grüne) gemeint.

Eine Nährwertkennzeichnung kann gemäß der Lebensmittelinformationsverordnung und damit nach den geltenden EU-Vorgaben aktuell nicht verpflichtend eingeführt werden. Die Mitgliedstaaten können den Lebensmittelunternehmen jedoch empfehlen, eine entsprechende Kennzeichnung zu verwenden. Der von Verbrauchern als am verständlichsten empfundene Nutri-Score ist zum Beispiel in Frankreich bereits Realität.

Wird der Antrag aus Rheinland-Pfalz am Freitag angenommen, so wird die Bundesregierung unter anderem aufgefordert:

  • sich auf EU-Ebene für eine verpflichtende Einführung der farblichen Nährwertkennzeichnung stark zu machen und
  • eine farbliche Nährwertkennzeichnung mit Angaben für 100 Gramm bzw. Milliliter, um Bewertung und Vergleichbarkeit für die Verbraucherinnen und Verbraucher zu gewährleisten.
  • Bundesernährungsministerin Julia Klöckner kündigte im Vorfeld der VSMK an, im Sommer eine Verbraucherbefragung starten zu wollen, bei der vier bis fünf Kennzeichnungssysteme zur Auswahl stünden, darunter der Nutri-Score und ein neu vom Max-Rubner-Institut entwickeltes.
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