Hygiene

Handschlag? Mach’ es wie die Yoga-Fans

Wegen des Coronavirus wird aus Vorsorgegründen derzeit davon abgeraten, sich die Hände zu schütteln. Asiatische Begrüßungsrituale rücken deshalb in den Blickpunkt.

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Hinweisschild in einem Altenheim in München. Florian Peljak/dpa

Hinweisschild in einem Altenheim in München. Florian Peljak/dpa

© Florian Peljak

Bangkok. Vor dem Coronavirus, da war es noch anders: Da fanden Besucher die Begrüßungsrituale in vielen Ländern Asiens einfach nur exotisch und vielleicht auch etwas arg höflich. Verbeugen und Zunicken ist in einigen Teilen Asiens verbreiteter als das Händeschütteln.

Durch das grassierende Virus und die Lungenkrankheit Covid-19 ändert sich der Blick auf solche Rituale: Aus Vorsorgegründen wird derzeit davon abgeraten, sich die Hände zu schütteln.

Yoga-Fans kennen es: In Indien begrüßen sich die Leute traditionell mit zusammengelegten Händen, leicht vorgebeugten Kopf und einem „Namaste“. Inzwischen ist das Händeschütteln besonders in den Städten verbreitet. Daher rief kürzlich ein Bollywoodstar seine Mitbürger auf, sich wieder auf den alten Brauch zu berufen. „Das ist hygienisch, freundlich und zentriert deine Energien“, schrieb Anupam Kher auf Twitter.

Händeschütteln ist ein westlicher Brauch

Im Internet kursieren schon die ersten Videos, in denen sich Spaßvögel beim „Wuhan-Shake“ zur Begrüßung mit den Füßen einen Kick geben oder einfach nur die Hände in der Luft reichen, ohne Kontakt. In China ist Händeschütteln eh keine Angewohnheit, sondern ein westlicher Brauch, an den sich viele Chinesen bis heute nicht richtig gewöhnt haben. Insofern müssen sie sich in Zeiten des Virus auch nichts abgewöhnen. Man verneigt sich dort leicht.

In Japan schüttelt man sich auch nicht die Hände, sondern man verbeugt sich voreinander und sagt bei der Vorstellung „hajimemashite“, was auf Deutsch so viel wie „Schön Sie zu treffen/kennenzulernen“ bedeutet. Dann stellt man sich mit seinem Namen vor. Zum Abschluss folgt ein „Yoroshiku onegaishimasu“, zu Deutsch etwa „Ich bitte Sie, meinem Anliegen wohlgesonnen zu sein“. Man verbeugt sich traditionell auch zum Abschied.

Ähnlich ist es in Thailand. Beim „Wai“ werden die Hände vor der Brust zusammengelegt, die Ellenbogen bleiben am Körper. Der Jüngere macht den Gruß zuerst. Man kann mit der Geste auch „Danke“ sagen. Eine Besonderheit: Die Fernsehnachrichten beginnen und enden mit dem „Wai“. In Kambodscha heißt der Gruß „Sampeah“ und funktioniert ähnlich. Je höher die Hände gehalten werden, desto mehr Respekt wird ausgedrückt.

Auf den Philippinen ist es anders: Dort ist das Händeschütteln verbreitet, wenn es formell zugeht. Sonst gibt es auch mal einen Wangenkuss. In dem katholisch geprägten Land kann man auch in Viruszeiten in der Kirche Familien sehen, die sich so begrüßen. (dpa)

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