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Innenband gerissen, Kapitän frustriert - Weltmeisterschaft ohne Michael Ballack

Von Christoph Fuhr

Aus und vorbei, ein brutales Foul macht alle Hoffnungen zunichte: Michael Ballack, Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, wird bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht mit dabei sein.

Der Schock sitzt tief: Michael Ballack vom FC Chelsea London, Kapitän und Schlüsselspieler der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft, wird bei der Fußball-WM in Südafrika nicht dabei sein. Ein brutales Foul des in Diensten des englischen Erstligavereins FC Portsmouth stehenden Deutsch-Ghanaers Kevin Prince Boateng macht alle Hoffnungen zunichte. Fußball-Deutschand ist ratlos und entsetzt.

Sekunden nach dem Foul. Ich bin unschuldig, signalisiert Boateng. Ballack krümmt sich vor Schmerz. © imago/Sportimage

Sekunden nach dem Foul. Ich bin unschuldig, signalisiert Boateng. Ballack krümmt sich vor Schmerz. © imago/Sportimage

© imago/Sportimage

Die Schreckensmeldung kam heute vom DFB: Bei Ballack ist ein Riss des Innenbandes und ein Teilriss des vorderen Syndesmosebandes des rechten oberen Sprunggelenks festgestellt worden. Der Wiedereinstieg ins Training sei frühestens in acht Wochen möglich.

In 98 Länderspielen hat der aus Görlitz stammende Ballack 42 Tore im Nationalteam gemacht - eine imponierende Quote. Als Antreiber und Ideengeber ist er im deutschen Spiel nur schwer zu ersetzen. "Ballack ist ein hervorragender Spieler, brandgefährlich bei Freistößen und darüber hinaus ein brillanter Kopfballspieler", sagt Adolf Katzenmeier, langjähriger Physiotherapeut der deutschen Nationalmannschaft im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

"Für die Mannschaft muss es ganz klar heißen: Jetzt erst recht! Das Team ist es seinem Kapitän schuldig, eine gute WM zu spielen", machte DFB-Präsident Theo Zwanziger gestern seinen Spielern Mut.

Ballack hat eine lange Verletzungsgeschichte: Im Vorfeld der Fußball-WM 2006 in Deutschland etwa hatte er massive Probleme mit der Wade. Sein Einsatz schien lange Zeit gefährdet. Die "Wade der Nation" beschäftigte wochenlang die Gazetten. Schon damals galt: Nationalmannschaft ohne Ballack? Nicht auszudenken! Als die WM begann, war der heute 33-Jährige wieder fit.

2007, schon in Diensten von Chelsea London, brach sich Ballack in einem Spiel gegen Newcastle den Mittelfuß. Die Verletzung zogt sich hin, es folgte eine Operation, und wieder war die Nation in Aufruhr. Erneut bekam der Kapitän rechtzeitig die Kurve, schaffte den Sprung ins Team.

Bundestrainer Joachim Löw warnt inzwischen, den 21 Jahre alten Jérome Boateng zu kritisieren. Der Halbbruder des Übeltäters gehört zum erweiterten, nach dem Ausfall von Ballack noch 26 Spieler umfassenden WM-Aufgebot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Michael Ballack muss alle seine Hoffnungen begraben. Kevin-Prince Boateng hingegen, der bereits in einer deutschen Juniorenauswahl war, könnte, wenn alles planmäßig läuft, im Trikot der ghanaischen Nationalmannschaft im dritten und letzten Vorrundenspiel gegen Deutschland antreten. Für sein übles Foul an Ballack wurde er nicht einmal mit der roten Karte bestraft. Fußball kann machmal ungerecht sein.

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(mut)
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