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Kampagne: "Wechselwirkungen sind nicht lustig"

Dass man Medikamente nicht mit einem Schluck Bier oder Wein hinunterspülen soll, ist weit hin bekannt. Aber wie sieht es mit Milch oder Fruchtsaft aus? Apotheker wollen hier gezielt informieren.

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Kühe gegen Wechselwirkungen.

Kühe gegen Wechselwirkungen.

© HAV

OFFENBACH (run). Nur wenige Patienten wissen, dass manche Arzneimittel in ihrer Wirkung beeinträchtigt werden, wenn man sie zusammen mit bestimmten Nahrungs- und Genussmitteln einnimmt.

Der hessische Apothekerverband (HAV) hat daher jetzt zu diesem Thema eine Aufklärungsaktion unter dem Motto "Wechselwirkungen sind nicht lustig" gestartet.

Bei der Aktion werden Apotheken Plakate und Postkarten mit einem Motiv zur Verfügung gestellt, das zwar ein Schmunzeln erzeugen, aber dennoch auf sympathische Weise zum Nachdenken anregt soll, indem davor gewarnt wird, ein ernstes Thema auf die leichte Schulter zu nehmen.

"Gerade Patienten, die erstmalig ein bestimmtes Arzneimittel anwenden, sollten sich in der Apotheke informieren, ob hier besondere Vorsichtsmaßnahmen zu beachten sind", so der stellvertretende HAV-Vorsitzende Hans Rudolf Diefenbach.

So sollten Menschen, die Mittel zur Blutverdünnung anwenden, etwa bei Nahrungsmitteln, die verhältnismäßig viel Vitamin K enthalten, vorsichtig sein. Dazu zählen zum Beispiel Brokkoli, Blumen- oder Rosenkohl, Kopfsalat, Leber, Spargel und Spinat.

Die Aktion ist der Auftakt zu einer breiten öffentlichkeitswirksamen Aktion mit dem generell auf den Wettbewerb durch andere Vertriebskanäle (Internet, Drogerien etc.) aufmerksam gemacht werden soll.

Aktion auch in anderen Bundesländern

Neben dem Thema Wechselwirkungen werden in weiteren Plakataktionen im Februar und April dann auch Arzneimittelfälschungen und Polymedikation thematisiert.

Denn nach Auffassung des HAV gibt es eine große Zahl von Argumenten, die für die Apotheke und gegen andere Vertriebskanäle sprechen: So könnten die Vor-Ort-Apotheken punkten, wenn um das Thema Sicherheit und Beratung geht.

Um den Werbeeffekt durch Wiedererkennung zu vergrößern und um auch Nicht-Apothekenkunden anzusprechen, werden nach Auskunft des HAV zudem alle drei Motive jeweils zwei Wochen lang in den hessischen Lesezirkeln als Titel-Aufkleber geschaltet.

Denn Lesezirkelmappen liegen in vielen Arztpraxen im Wartezimmer. Dort sei Zeit zum Lesen und nirgendwo beschäftige man sich stärker mit Gesundheitsthemen als hier, so der HAV.

Neben den Apothekern in Hessen wird die Aktion auch von der Landesapothekerkammer Brandenburg unterstützt, dem Apothekerverband Mecklenburg-Vorpommern, der Apothekerkammer Sachsen-Anhalt sowie der Apothekerkammer Westfalen.

Auch Kammer und Verband in Bayern wollen das Plakat und die Postkarten zum Thema Wechselwirkungen in ihre eigene Öffentlichkeitsarbeit integrieren.

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