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Weltweit

Mehr Zwillinge geboren als je zuvor

Die zunehmende Zahl künstlicher Befruchtungen sowie das steigende Durchschnittsalter vieler werdender Mütter lässt die Zahl der Mehrlingsgeburten nach oben gehen.

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Jedes 42. Neugeborene ist ein Zwilling. In Deutschland sogar jedes 27.

Jedes 42. Neugeborene ist ein Zwilling. In Deutschland sogar jedes 27.

© Robert Hammer / stock.adobe.com

London. Weltweit werden einer Studie zufolge mehr Zwillinge geboren als je zuvor. Zwischen der ersten Hälfte der 1980er Jahre und dem Beginn der 2010er Jahre sei die Zahl der Zwillingsgeburten um ein Drittel gestiegen, von gut 9 auf 12 je 1000 Geburten. Das berichtet ein internationales Forscher-Trio um den Soziologen Christiaan Monden von der Universität Oxford in der Fachzeitschrift „Human Reproduction“.

Gründe für die deutliche Zunahme seien eine stärkere Verbreitung von künstlicher Befruchtung mit einer deutlich größeren Wahrscheinlichkeit von Mehrlingsgeburten sowie ein höheres Alter vieler Mütter und der höhere Einsatz von Verhütungsmitteln.

Ältere Frauen gebären häufiger Zwillinge, weil bei ihnen pro Zyklus mehr Eizellen heranreifen als bei jüngeren. Das liegt daran, dass ältere Frauen mehr Follikel-stimulierendes Hormon (FSH) produzieren, das die Reifung der Eizelle auslöst.

Zahl eineiiger Zwillinge bleibt stabil

In fast allen Ländern, mit Ausnahme Südamerikas, sei die Zahl der Zwillinge zwischen 2010 und 2015 im Vergleich zu 1980 bis 1985 zum Teil deutlich gestiegen. Zumeist handelt es sich dabei um zweieiige Zwillinge, der Anteil eineiiger Zwillingsgeburten blieb stabil bei vier Prozent.

Nach Ansicht der Studienautoren ist aber unklar, ob die Zahl in wohlhabenderen Ländern weiter steigen wird. Das ist eine Folge von Gesundheitsproblemen bei Mehrlingsgeburten. Bei Zwillingen bestehen höhere Risiken während der Schwangerschaft sowie während der Geburt, etwa Früh- oder Totgeburten und höhere Sterblichkeit.

Allzeithoch erreicht?

Daraufhin wurden die Regeln für künstliche Befruchtung vielerorts geändert, nun werden weniger Embryonen eingesetzt. „Es ist daher möglich, dass in diesen Ländern die für den Zeitraum 2010 bis 2015 beobachteten Zwillingsraten ein Allzeithoch erreicht haben und im kommenden Jahrzehnt zu sinken beginnen.“

Die Studienautoren schätzen, dass weltweit jedes Jahr etwa 1,6 Millionen Zwillingspaare zur Welt kommen, eines von 42 Neugeborenen ist Zwilling. In Deutschland war 2019 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sogar jedes 27. Neugeborene ein Mehrlingskind, zumeist ein Zwilling. Das entsprach einem Anteil von 3,7 Prozent – 1982 waren es noch 1,9 Prozent. (dpa)

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