Verbraucherschützer

Nutri-Score nicht nur für „Paradebeispiele“

Beim Lebensmittelkauf soll sich bald ein zweiter Blick auf viele Packungen lohnen – auf das neue Nährwertlogo Nutri-Score. Nach langem Streit laufen inzwischen Vorbereitungen für einen Start in deutschen Supermärkten auf breiterer Front.

Veröffentlicht: 03.01.2020, 12:54 Uhr
Nutri-Score nicht nur für „Paradebeispiele“

Ein Score für alle: Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) ist aufgerufen, sich in der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 für eine europaweit verbindliche Kennzeichnung stark zu machen.

© Patrick Pleul/zb/dpa

Berlin. Die Verbraucherzentralen fordern eine breite Nutzung des künftigen Nährwertlogos Nutri-Score auf Lebensmittelpackungen. Es sei zu begrüßen, dass einzelne Hersteller und Supermarktketten mit gutem Beispiel vorangehen, sagte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, der Deutschen Presse-Agentur.

Es wäre aber nicht im Sinne des Erfinders, wenn vor allem Produkte mit günstiger Ernährungsbilanz mit dem freiwilligen Logo gekennzeichnet würden. „Ich muss schon wissen, wo ist zu viel Salz, zu viel Fett, zu viel Zucker drin – und nicht nur, was die Paradebeispiele sind.“

Müller rief Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU) auf, sich in der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2020 für eine europaweit verbindliche Kennzeichnung stark zu machen. Nur dann könnten sich Verbraucher wirklich umfassend informieren und es wäre ein wirkungsvoller Beitrag, dass sich Produkt-Rezepturen verändern. „Wir wollen niemandem seine Tiefkühlpizza madig machen. Aber eine Tiefkühlpizza kann mehr oder weniger Fett und Salz beinhalten.“

Regelung noch 2020 erwartet

Klöckner hatte sich nach langem Streit um eine klarere Kennzeichnung und einer Umfrage unter Verbrauchern für eine gesündere Ernährung auf Nutri-Score festgelegt. Inzwischen ist eine Verordnung auf dem Weg, die den Rahmen für eine freiwillige Verwendung für Fertigprodukte in Deutschland schaffen soll. Die Ministerin hat auch begonnen, das Thema auf EU-Ebene anzusprechen.

Das aus Frankreich stammende System bezieht neben dem Gehalt an Zucker, Fett und Salz empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe in eine Gesamtbewertung ein und gibt einen einzigen Wert an – auf einer Skala von „A“ auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes „C“ bis zu einem roten „E“ für die ungünstigste. Das zutreffende Feld wird hervorgehoben.

Das Logo auf der Vorderseite der Packung soll die EU-weit verpflichtende Nährwerttabelle ergänzen, die meist klein gedruckt auf der Rückseite oder noch versteckteren Stellen der Packung steht. (dpa)

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