3. Preis Charity Award 2021

„Soulbuddies“ – Kumpel für Kinder in psychischen Notlagen

Der Verein „Soulbuddies“ bietet seit 2018 viele Angebote für junge Menschen in psychischer Not. Dafür wurde er nun mit dem 3. Preis des Springer Medizin Charity Awards geehrt.

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Freute sich über die Auszeichnung mit dem Charity Award für das Projekt Soulbuddies e.V., Vereinsmitbegründerin Solveigh Disselkampf-Niewiarra am Donnerstagabend in Berlin.

Freute sich über die Auszeichnung mit dem Charity Award für das Projekt Soulbuddies e.V., Vereinsmitbegründerin Solveigh Disselkampf-Niewiarra am Donnerstagabend in Berlin.

© Marc-Steffen Unger

Berlin. Fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland leiden an einer behandlungsbedürftigen psychischen Erkrankung. Bis Betroffene professionelle Unterstützung erhalten, vergehen jedoch mitunter Jahre. Wer akute Hilfe benötigt, dem stehen im Kreis Gütersloh die „Soulbuddies“ zur Seite.

Der 2018 von den Kinder- und Jugend-Psychotherapeutinnen Silke Hanheide und Solveigh Disselkampf-Niewiarra gegründete Verein mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück bietet jungen Menschen unter 25 Jahren in psychischen Problemlagen schnelle Hilfe.

Für dieses Engagement hat der Verein jetzt den 3. Preis der von Springer Medizin verliehenen Charity Awards 2021 erhalten.

Springer Medizin Gala 2021: die Preisverleihung
Die Gala im Video: Die Verleihung des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards am 21. Oktober in Berlin.

Bis die jungen Patienten einen Behandlungsplatz finden, setzt ein Team aus Therapeuten, Pädagogen, Psychologen und Sozialarbeitern alles daran, sie psychisch zu stabilisieren, um ihr Leid zu lindern und einer Chronifizierung ihrer Erkrankung entgegenzuwirken.

Ziel von Soulbuddies e.V. ist es, die ambulante psychotherapeutische Versorgung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Betroffene erhalten umfangreiche Informationen und erfahren Unterstützung, um sich mit dem Gesundheits- und Jugendhilfesystem ihres Wohnorts zu vernetzen.

Corona war bei den Wartezeiten ein negativer Katalysator

Dabei habe sich die bereits dünne Versorgungsdecke in der Corona-Pandemie noch einmal verknappt, berichtete Solveigh Disselkampf-Niewiarra bei der Preisverleihung am Donnerstagabend in Berlin.

Bereits 2018, bei Vereinsgründung seien die Wartezeiten für eine psychochtherapeutische Unterstützung viel zu lang gewesen. „Da war Corona eine Art Katalysator“, sagte sie. „Unser Anliegen ist es, dass Kinder und Jugendliche, die psychisch belastet sind, schnellst möglich einen Ansprechpartner bekommen, ein offenes Ohr.“

Die Pandemie sei für die Kinder und Jugendlichen, wie auch die Helfer bislang sehr belastend gewesen. „Wir haben zum Glück viele, viele Studenten akquirieren können aus den umliegenden Universitäten, die uns beistehen mit viel Herzblut und viel Initiative.“

Angebot ist vertraulich, kostenfrei, unbürokratisch

Dass man zu Beginn der Pandemie vielleicht zu sehr auf die älteren Menschen und zu wenig auf die Kinder geschaut habe, wollte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) so pauschal nicht unterschreiben. Wichtig sei aber, dass man die Folgen für die Kinder und Jugendlichen jetzt wahrnehme. Das bearbeite die Politik nun auch in Zusammenarbeit „mit der Ärzteschaft, Kassen und vielen mehr“.

Er stellte aber auch klar: „Dazu braucht es eben in einem Bereich, in dem die Versorgungslage schon vorher schwierig war, solches Engagement. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Die psychischen Corona-Folgeschäden bei den Jüngeren werden uns laut Spahn auch noch länger beschäftigen.

Galenus-Gala 2021

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Auf dem Weg zur Springer Medizin Gala 2021 im Axica Berlin. Dort fand am Donnerstagabend die festliche Verleihung des Galenus-von-Pergamon-Preises und der Charity Awards statt.

© David Vogt

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Moderatorin Yve Fehring begrüßt die Gäste.

© David Vogt

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Berichtete kurz von seinen Corona-Impferfahrungen in der Arztpraxis: Dr. Jürgen Bausch aus Hessen, Mitglied der Jury des Charity Awards und Arzneimittelexperte.

© David Vogt

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Die Pandemie habe gezeigt, was Wissenschaft kann, sagte Fabian Kaufmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Springer Medizin.

© Marc-Steffen Unger

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Dr. Michael Meister, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, mahnte, bei allen Pandemiefragen und -sorgen andere Krankheiten nicht aus dem Blick zu verlieren.

© David Vogt

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Prof. Marianne Dieterich, Jurymitglied des Galenus-Preises, hielt die Laudatio zum Forschungspreis.

© David Vogt

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Mit dem Galenus-Preis in der Kategorie „Grundlagenforschung“ ausgezeichnet:
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© David Vogt

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Dr. Michael Boehler (l.), Vice President Global Commercial and General Manager von BioNTech, bei der Preisverleihung im Gespräch mit Moderator Wolfgang van den Bergh, Herausgeber der „Ärzte Zeitung“.

© Marc-Steffen Unger

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Moderator Wolfgang van den Bergh hakt noch einmal genauer nach bei
Dr. Michael Boehler: Wofür lässt sich die Corona-Impfplattform noch nutzen?

© David Vogt

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Jury-Vorsitzender Prof. Erland Erdmann überreicht Dr Andrea Hofmaier, Geschäftsführerin bei Novartis Gene Therapies, die Medaille in der Kategorie „Orphan Drugs“

© Marc-Steffen Unger

Jury-Vorsitzender Prof. Erland Erdmann lobt die Arzneimittelinnovationen.
Jury-Vorsitzender Prof. Erland Erdmann lobt die Arzneimittelinnovationen.

© David Vogt

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Alleine die 36 Initiativen, die sich für den Charity Award beworben hätten, seien in ihrer Gesamtheit ein „außergewöhnliches Zeugnis ehrenamtlichen Engagements", sagte die Jury-Vorsitzende der Awards, Prof. Monika Kellerer.

© Marc-Steffen Unger

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Der Sozialstaat schaffe Sicherheit, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Er ist Schirmherr der Charity Awards.

© David Vogt

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Gesundheitsminister Spahn übergibt den 1. Preis der Charity Awards an Serap Cileli, 1. Vorsitzende und Gründerin Verein peri e.V.

© Marc-Steffen Unger

Die glücklichen Gewinner der Charity Awards zusammen mit Gesundheitsminister Jen...
Die glücklichen Gewinner der Charity Awards zusammen mit Gesundheitsminister Jens Spahn (l.) und Jury-Award-Vorsitzender Prf. Monika Kellerer (2.v.r.).

© Marc-Steffen Unger

Die Hilfen des Vereins umfassen ebenso psychotherapeutische Akutbehandlungen wie psychologische oder pädagogische Beratungen. Es gibt eine Offene Sprechstunde sowie spezielle Gruppen für Mädchen und Jungen. Das Angebot ist vertraulich, kostenfrei, unbürokratisch. Auf Wunsch wird Anonymität zugesichert.

Das Team umfasst inzwischen rund 50 Pädagogen, Psychologen und Therapeuten, darunter auch viele Studierende. 2019 wurden 163 Kinder, ein Jahr später unter Pandemie-Bedingungen 291 und 2021 bis dato bereits 200 Kinder und Jugendliche unterstützt. (smi/reh)

Ein Pferd schafft Vertrauen: Der Verein „Soulbuddies“ hat viele Angebote für junge Menschen in psychischer Not.

Ein Pferd schafft Vertrauen: Der Verein „Soulbuddies“ hat viele Angebote für junge Menschen in psychischer Not.

© Soulbuddies e.V.

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