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Tokioter Arzt kritisiert Hamsterkäufe in Japan

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Hamsterkäufe in Tokio gefährden die Versorgung in den von Beben und Tsunami verwüsteten Gebieten, so der Krisenhelfer Dr. Yasuyuki Mochida.

TOKIO (maw). Während weiterhin im Krisengebiet rund um das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima die Bevölkerung auf ihre radioaktive Belastung geprüft wird, hat der Tokioter Arzt Dr. Yasuyuki Mochida an seine Landsleute appelliert, dringend Hilfsgüter für die Opfer der Naturkatastrophe im Nordosten Japans zu spenden. Essen werde derzeit sogar dringender benötigt als Medikamente.

In einem Beitrag der japanischen Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" berichtet der 48-Jährige, der in Tokio am Omori Red Cross Hospital tätig ist, von seinem zweitägigen Hilfseinsatz in der Stadt Ishinomaki in der Provinz Miyagi.

Mit einem siebenköpfigen Team war Mochida am Samstag nach dem Beben und dem Tsunami nach Ishinomaki gereist, um den Opfern unter anderem im Krankenhaus des Ishinomaki Red Cross Hospital Hilfe zu leisten.

Die Klinik habe wie eine Insel angemutet - rundum sei alles überflutet gewesen. Als erstes, so beschreibt Mochida in dem Beitrag den Einsatz, habe sein Team die Patienten, die Zuflucht in dem Krankenhaus gesucht hatten, wie in der Katastophenmedizin üblich, nach Schwere und Dringlichkeit in vier Kategorien eingeteilt: schwarz, rot, gelb und grün.

Da viele der Opfer nach Ausbruch der Katastrophe über zwei Tage hinweg nur ein Essen und ein Glas Wasser gehabt hätten, hätten solche Patienten zuerst rehydriert werden müssen. Aus medizinischer Sicht sei der Bedarf vor allem an entsprechenden Infusionen, aber auch an Antihypertensiva hoch.

Wie Mochida weiter erläutert, hätten viele Patienten aus Angst nicht schlafen können. Auch seien viele erleichtert gewesen, dass sie einfach nur mit den Ärzten reden konnten. Der Bedarf an psychosozialer Betreuung sei hoch.

Mochida forderte die Tokioter auf, auf Hamsterkäufe zu verzichten und statt dessen Hilfsgüter, Essen und Medikamente für die Katastrophenopfer bereitzustellen. Ende des Monats will er zurück ins Krisengebiet.

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