Zu viel verordnet

US-Ärztin muss 30 Jahre ins Gefängnis

Haftstrafe für eine US-Ärztin: Sie muss für 30 Jahre in den Knast, weil drei ihrer Patienten an einer Überdosis gestorben sind. Die Betroffenen hätten die Medikamente überhaupt nicht benötigt, so die Staatsanwaltschaft.

Veröffentlicht:

LOS ANGELES. Eine Ärztin aus dem US-Bundesstaat Kalifornien ist wegen Mordes zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Drei ihrer Patienten sind an einer Überdosis gestorben, nachdem sie ihnen große Mengen an gefährlichen, suchtauslösenden Medikamenten verschrieben hatte.

Die drei jungen Männer waren laut Staatsanwaltschaft zwischen 21 und 28 Jahren alt und benötigten die Medikamente aus medizinischer Sicht nicht.

Ein Richter in Los Angeles setzte am Freitag das Strafmaß fest. Die Frau war bereits im vergangenen Herbst von Geschworenen wegen Mordes schuldig gesprochen worden.

Dies sei der erste Fall in den USA, dass ein Arzt nach verantwortungslosem Verschreiben von Medikamenten wegen Mordes verurteilt worden sei, hieß es in einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft nach dem Schuldspruch im Herbst.

Dieses Urteil sei eine "wichtige Botschaft" an Ärzte, die aus Profitsucht das Leben ihrer Patienten aufs Spiel setzen würden, sagte Staatsanwältin Jackie Lacey.

Die Todesfälle ereigneten sich im Jahr 2009, die Medizinerin war nach längeren Ermittlungen der Behörden 2012 festgenommen worden.

Neun ihrer Patienten gestorben

Die 46 Jahre alte Ärztin aus Rowland Heights wird mit mehreren Todesfällen in Verbindung gebracht: In weniger als drei Jahren sind neun ihrer Patienten gestorben.

In dem Zeitraum nahm sie laut Staatsanwaltschaft fünf Millionen Dollar (4,5 Millionen Euro) mit ihrer Praxis ein und gab wiederholt starke, suchtauslösende Medikamente an die Patienten ab.

Sie soll zudem Krankenakten gefälscht haben. Daher vermuten die Ermittler finanzielle Motive.In den USA ist Medikamentenmissbrauch ein großes Problem. Immer wieder werden Fälle von bestechlichen Ärzten bekannt. (dpa)

Mehr zum Thema

Pssst, nicht stören

Nickerchen für Krankenhaus-Mitarbeiter im Kommen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
In vielen Einrichtungen längst gefordert, das Einhalten der 3G-Regel. MEDI setzt sich dafür ein, dass auch Arztpraxen außerhalb von Notfällen die 3G-Regel anwenden können, in vielen Kliniken sei dies schon üblich.

© Sebastian Gollnow / dpa

Corona-Pandemie

MEDI fordert 3G in der Arztpraxis

Medizinstudent Heiner Averbeck.

© Porträt: Lukas Zähring | Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

„ÄrzteTag“-Podcast

Haben Sie nach Ihrem Medizinstudium noch Lust auf Arzt, Herr Averbeck?

Impfung gegen Corona: Aufgrund aktueller Studiendaten rät das Kompetenznetz MS (KKNMS) bei allen MS-Patienten unabhängig von ihrer Immuntherapie zu einer COVID-19-Impfung.

© fotoak80 / stock.adobe.com

Aktuelle Studien

Corona-Impfung für Patienten mit Multipler Sklerose sicher