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Kunst-Installation

Wenn der Computer das Kommando im OP übernimmt

Wer hat künftig das Sagen, wenn Chirurgen und Medizinroboter im OP interagieren? Yen Tzu Changs Installation "Whose Scalpel" soll diese Frage aufwerfen.

Matthias WallenfelsVon Matthias Wallenfels Veröffentlicht:
Wenn der Computer das Kommando im OP übernimmt

© Foto Fraunhofer MEVIS

LINZ/BREMEN. Die taiwanesische Künstlerin Yen Tzu Chang nutzt das diesjährige, noch bis Montag laufende Medienkunstfestival Ars Electronica in Linz, um die Zukunft der Beziehung von Mensch und Maschine in der Chirurgie zu thematisieren. Konkret geht es um den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Medizinrobotern und das Binnenverhältnis zum Operateur während eines Eingriffs.

Changs ungewöhnliche Installation und Sound-Performance "Whose Scalpel" basiert auf drei verschiedenen Bereichen: der Anwendung von Sound in der Medizin, Koronararterien-Bypass-Operationen und maschinellem Lernen. Im Mittelpunkt steht eine via 3D-Druck produzierte, vergrößerte Nachbildung des Herzens der Künstlerin, bestückt mit Lichtquellen und elektronischen Klanggebern.

Op-Kunst mit Künstlicher Intelligenz

Die Performance geht von der Annahme aus, dass Chirurgen in der nahen Zukunft einen Eingriff gemeinsam mit einer beratenden Maschine ausführen werden. Während der Performance agiert Yen Tzu Chang somit als "Chirurgin", die mit Hilfe von Kabeln einen Bypass legt – und sich dabei von einer Künstlichen Intelligenz anleiten lässt.

"Unter anderem soll die Installation die Frage aufwerfen, was der Mensch an Fähigkeiten verliert, wenn der Computer das Kommando übernimmt", erläutert Chang.

Chang ist die Gewinnerin der Künstlerresidenz, die gemeinsam vom Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS in Bremen und Ars Electronica im Rahmen des "European Digital Art and Science Network" ausgeschrieben wurde.

Diese von Ars Electronica gestartete internationale Initiative ermöglicht laut Fraunhofer Aufenthalte von Künstlern an renommierten Forschungseinrichtungen, um Wissenschaft mit den Ansätzen der digitalen Kunst zu verknüpfen.

Während ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Bremen lernte Chang, die sich auf experimentelle Sound-Performances und die Konstruktion neuartiger elektronischer Instrumente spezialisiert hat, den Umgang mit einer Softwareplattform für die Bearbeitung medizinischer Bilddaten (MeVisLab).

Mit diesem Werkzeug entwickeln die Forscher normalerweise Assistenzsysteme für Mediziner zur Diagnose, Therapie und Erfolgskontrolle von Erkrankungen wie Krebs.

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