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Coronavirus

Wissenschaftler fordern nationale Strategie gegen Pandemie

Allein der Schutz von Risikogruppen und das passive Zuwarten auf hinreichende Durchseuchung der Gesamtbevölkerung reichten nicht, mahnen mehrere Fachgesellschaften.

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Fußgänger dicht an dicht: Auch Mund-Nase-Schutz gehört zur gegenseitigen Rücksichtnahme.

Fußgänger dicht an dicht: Auch Mund-Nase-Schutz gehört zur gegenseitigen Rücksichtnahme.

© Markus Scholz / dpa

Ulm. Da eine Immunisierung der Bevölkerung mehrere Monate dauern wird, raten mehrere medizinische Fachgesellschaften dringend dazu, weiter Kontakte zu reduzieren sowie Abstandsgebote und Hygienemaßnahmen einzuhalten.

Eine langfristige, nationale Strategie könnte zu mehr Akzeptanz und Nutzen führen, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie (DGEpi) in einem gemeinsamen Positionspapier mit der Deutschen Gesellschaft für Sozial- und Präventivmedizin (DGSMP), der Deutschen Gesellschaft für Public Health und der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie (GMDS).

Es sei wichtig, sich auf Bundesebene auf einheitliche Kriterien und Maßnahmen zu einigen und diese in den Regionen konsequent umzusetzen, schreiben die Fachgesellschaften in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Text. Dazu sollten die Testkapazitäten ausgebaut und die Umsetzung der Kontaktnachverfolgung fortlaufend bewertet werden.

Kultur gegenseitiger Rücksichtnahme

Wichtig seien außerdem Regeln für den internationalen Reiseverkehr, um das Einschleppen von Infektionen zu vermeiden, der Ausbau einer regionalen und nationalen Datengrundlage, regionale Frühwarnsysteme sowie Ausstiegsszenarien.

„Weder der ausschließliche Schutz von Risikogruppen noch das passive Zuwarten auf hinreichende Durchseuchung der Gesamtbevölkerung (Herdenimmunität) stellen praktikable oder ethisch vertretbare Alternativen dar“, heißt es weiter.

Die Wissenschaftler heben auch eine notwendige, höhere Akzeptanz der Bevölkerung hervor. „Es geht insgesamt darum, eine Kultur der gegenseitigen Rücksichtnahme zu entwickeln, die zur neuen Normalität wird.“ Motivation sei dabei enorm wichtig. „Informationsangebote, welche über Möglichkeiten der Freizeitgestaltung informieren, sind für den Erfolg essenziell.“ (dpa)

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