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„ÄrzteTag“-Podcast

„60 Prozent brauchen die Corona-App“ – wie aussagekräftig ist dieser Wert?

Ein Gespräch mit der Statistikerin Katharina Schüller über die Aussagekraft epidemiologischer Modelle. Und über eine Checkliste zum kritischen Lesen von Studien – und vier wichtige Fragen, die Datenforscher sich stellen sollten.

Denis NößlerVon Denis Nößler Veröffentlicht:
Die Statistikerin Katharina Schüller

Die Statistikerin Katharina Schüller

© privat

Etwa 60 Prozent aller Smartphone-Nutzer müssten die Corona-Warn-App einsetzen, dann bekämen wir die Pandemie in den Griff. Diese Zahl wird oft kolportiert, nur stimmt dieser Grenzwert auch?

Darüber reden wir in dieser „ÄrzteTag“-Episode mit der Münchner Statistikerin Katharina Schüller. Sie ist Mitautorin der „Unstatistik des Monats“ und hat sich jüngst auch mit der Entstehung dieses Grenzwertes auseinandergesetzt.

Und welche Aussagekraft haben Modellierungen überhaupt? Katharina Schüller erläutert im Gespräch eine Checkliste zum kritischen Lesen von Studien. Und sie hat vier Fragen formuliert, die sich jeder Datenforscher vor einer Studie stellen sollte. Bei der Interpretation aber, bei den maßgeblichen Entscheidungskriterien, „da kann mir keine Statistik der Welt helfen“, sagt sie. (Dauer: 18:14 Minuten)

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Dr. Thomas Georg Schätzler 15.07.202009:17 Uhr

"Denk' ich an die Corona-App in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht"

Bei aller elektronischer Vernetzung und hochentwickelten App-Kultur: Ein jetzt endlich vorhandenes, papiergestütztes(!) Formular hat 2 Teile. Ein Teil geht ans Labor, die untere Hälfte nimmt der Patient umständlich mit nach Hause.

Auf beiden Teilen ist ein identischer QR-Code aufgedruckt, der es möglich macht, dass das Ergebnis zum richtigen Patienten führt. Doch nur, wenn der Patient das Laborergebnis in der App freigibt, werden – falls der Test positiv ausfällt – dann auch die richtigen Kontaktpersonen dieses Patienten darüber benachrichtigt, dass sich ihr Risikostatus verändert hat.

In dem gesamten Prozess werden keine Namen hin und hergeschickt, sondern anonyme Nummern. Der QR-Code steht letztlich für eine zehnstellige TAN-Nummer für die Laborprobe und den Patienten.

Doch in der Praxis müssen zurzeit Patienten, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden, die App auf ihr Handy herunterladen, bei einer Hotline anrufen (Telefon: 08 00 / 7 54 00 02), sich plausibel(?) identifizieren und erst dann die zehnstellige TAN in ihre App eingeben. Erst nach diesem extrem bürokratischen Manöver werden endlich die Kontaktpersonen der vergangenen zwei Wochen durch die App kontaktiert. Das dauert viel zu lange und das machen Smartphone-User nicht zuverlässig mit.

Das Deutsche Elektronische Melde- und Informationssystems für den Infektionsschutz (DEMIS) berichtet von gerade erst 15% der Labore, Gesundheitsämter und weiteren Gesundheitseinrichtungen, welche die Testergebnisse online in das System einstellen. In Berlin läuft das gar nicht.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

Und wer, bitteschön, stellt sicher, dass nicht falsch positive und/oder falsch negative Laborergebnissen in der virtuellen App-Welt herumgeistern. Denn schon die PCR-Antigen-Tests werden mit den zeitlich schwindenden IgG- und IgM- Antikörper-Tests nicht nur von medizinischen Laien verwechselt.

Mf + kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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