„ÄrzteTag“-Podcast

Andreas Storm zum Gesetzentwurf zu Kassenfinanzen: „Flickschusterei“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach erntet viel Kritik für seinen Kabinettsentwurf zur Stabilisierung der Kassenfinanzen. DAK-Chef Andreas Storm erläutert im „ÄrzteTag“-Podcast, wieso der Gesetzentwurf die Erwartungen nicht erfüllt.

Hauke GerlofVon Hauke Gerlof Veröffentlicht:
Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, lässt kaum ein gutes Haar an dem Kabinettsentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz.

Andreas Storm, Vorstandsvorsitzender der DAK-Gesundheit, lässt kaum ein gutes Haar an dem Kabinettsentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz.

© Porträt: DAK-Gesundheit |Hirn: grandeduc / stock.adobe.com

Neu-Isenburg. Die Empörung über den Kabinettsentwurf zum GKV-Finanzstabilisierungsgesetz ist Andreas Storm, dem Vorstandsvorsitzenden der Ersatzkasse DAK-Gesundheit, schnell anzuhören: Gleich mehrfach spricht er im aktuellen „ÄrzteTag“-Podcast von einem „einmaligen Vorgang“. Zum Beispiel, dass bis Ende Mai des kommenden Jahres eine Folgegesetzgebung angekündigt wird, die die strukturellen Finanzprobleme lösen soll – das Ziel, das eigentlich das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz in diesem Jahr sollte.

Ebenso sei es ein einmaliger Vorgang, dass der Gesundheitsfonds im 2023 einen Kredit aufnehmen solle, der von den Krankenkassen in den kommenden Jahren sukzessive zurückgezahlt werden soll – in einer Zeit in der absehbar die Belastungen der Krankenkassen ansteigen, so Storm.

Der DAK-Chef kritisiert angesichts einer möglicherweise bevorstehenden Rezession auch, dass die Reserven der Krankenkassen komplett aufgezehrt werden sollen, was Krankenkassen, deren Finanzsituation ohnehin prekär ist, im kommenden Jahr in große Schwierigkeiten bringen könnte. Storm macht auch mehrere Vorschläge für Maßnahmen, die den Krankenkassen strukturell helfen könnten, die Finanznot zu lindern, die aber von der Bundesregierung jetzt offenbar zurückgestellt worden seien.

Im Podcast-Gespräch geht Storm auch auf den Knackpunkt der Honorarverhandlungen für Vertragsärztinnen und Vertragsärzte ein: einen geringen Spielraum der Krankenkassen aufgrund der Finanzsituation, aber einen hohen Druck auf Seiten der Ärzteschaft, deren Kosten durch Inflation und Gehaltserhöhungen beim Personal stark stiegen. (Dauer: 30:21 Minuten)

Mehr zum Thema
Kommentare
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Ein Krankenpfleger schiebt ein Krankenbett durch eine Station. Das Bundesgesundheitsministerium hat Pläne für Ermittlung und Festlegung des Pflegepersonalbedarfs in einem Krankenhaus vorgestellt.

© Daniel Bockwoldt / picture alliance / dpa

Update

Neuer Gesetzentwurf

Personalschlüssel für Klinik-Pflege soll ab 2024 gelten