„ÄrzteTag“-Podcast

Immer wieder vor der Coronawelle warnen – sind Sie das manchmal leid, Prof. Marx?

Intensivmediziner schlagen seit Wochen regelmäßig Alarm, die Corona-Situation drohe zu entgleiten. DIVI-Präsident Professor Gernot Marx freut sich nun über die Bundes-Notbremse. Im „ÄrzteTag“-Podcast wehrt er sich gegen Alarmismus-Vorwürfe und erläutert, warum Warnrufe nach wie vor berechtigt sind.

Ruth NeyVon Ruth Ney Veröffentlicht:
Professor Gernot Marx ist seit Januar Präsident der deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI). Er ist zudem Direktor an der Uniklinik Aachen im Bereich Intensivmedizin.

Professor Gernot Marx ist seit Januar Präsident der deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI). Er ist zudem Direktor an der Uniklinik Aachen im Bereich Intensivmedizin.

© Marx

Intensivmediziner schlagen seit Wochen regelmäßig Alarm. Anfang April hieß es zum Beispiel: Wenn die Zahl der Corona-Neuinfektionen nicht sinke, sei in etwa zehn Tagen die reguläre Kapazität von Intensivbetten erschöpft. Das ist Gott sei Dank nicht eingetreten. Auch die Impfungen gegen SARS-CoV-2 nehmen deutlich an Fahrt auf. Eine merkliche Entspannung in der Pandemielage ist allerdings auch nicht zu verzeichnen – die letzten Tage gab es wieder jeweils deutlich über 20.000 neu gemeldete Corona-Infektionen, die Zahl der belegten Intensivbetten hat erneut die 5000er Marke überschritten.

Mit zu den mahnenden Stimmen gehört Professor Gernot Marx, der seit Anfang diesen Jahres Präsident der deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv-und Notfallmedizin (DIVI) ist. Als Direktor an der Uniklinik Aachen im Bereich Intensivmedizin ist er zudem täglich mit der Lage auf einer großen Intensivstation hautnah konfrontiert.

Im Podcast-Gespräch spricht er darüber, warum die dritte Corona-Welle anders und nochmals kritischer ist als die Wellen zuvor, was er seinen Kritikern, „Alarmismus“ zu betreiben, entgegenhält – und über erschöpftes Klinikpersonal. Er erklärt zudem, warum es höchste Zeit für die Bundes-Notbremse wurde, eine gefürchtete Triagesituation auf deutschen Intensivstationen aber nicht zu befürchten ist und war. (Dauer 14:25 Minuten)

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Überlastung bei den Gesundheitsberufen in Zahlen

Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin e. V. (DGIIN) hat vor kurzem eine Online-Befragung unter Mitarbeitenden auf Intensivstationen, Notaufnahmen und im Rettungsdienst durchgeführt. Ergebnis: Über 70 Prozent der in den Gesundheitsfachberufen Tätigen in diesen Bereichen fühlen sich während der aktuellen dritten Welle der Corona-Pandemie überlastet, wie die DGIIN berichtet. Unter der Ärzt*innen seien es 45 Prozent gewesen.

Rund ein Drittel der Befragten aus Gesundheitsfachberufen habe zudem angegeben, den Beruf in den nächsten zwölf Monaten verlassen zu wollen – drei Viertel davon aufgrund der Belastungen durch die Corona-Pandemie. Unter den Ärzt*innen gaben dies 20 Prozent an.

Die Umfrage wurde zwischen dem 5. April 2021 und dem 16. April 2021 durchgeführt. Teilgenommen haben 1321 Mitarbeitenden (65 aus Gesundheitsfachberufen und 35 Prozent ärztliche Mitarbeitende. (eb)

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