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Mildred-Scheel-Nachwuchszentren

50 Millionen Euro für Nachwuchsforscher

Die Deutsche Krebshilfe will ärztlichen und nicht-ärzlichen Nachwuchsforschern eine Karriereperspektive bieten. Dabei sollen bundesweit fünf Nachwuchszentren helfen. Aber es geht auch darum, Forschung näher an die Patientenversorgung zu rücken.

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:
Junge Forscher gesucht: Die Auswahlverfahren an den Mildred-Scheel-Nachwuchszentren laufen.

Junge Forscher gesucht: Die Auswahlverfahren an den Mildred-Scheel-Nachwuchszentren laufen.

© sanjeri / Getty Images / iStock

Berlin. Mit insgesamt 50 Millionen Euro fördert die Deutsche Krebshilfe an fünf Mildred-Scheel-Nachwuchszentren den Aufbau nachhaltiger Strukturen, um für junge Forscher systematisch Karrieren zu eröffnen, die Grundlagenforschung und klinische Praxis in der Onkologie verbinden und die überdies auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie erlauben. Profitieren sollen von der Förderung sowohl Medical Scientists als auch Clinician Scientists nach der Promotion, die noch keine Professur erreicht haben, wie Dr. Franz Kohlhuber vom Vorstand der Deutschen Krebshilfe im Rahmen eines Symposions beim Krebskongress am Freitag in Berlin berichtete.

Die Deutsche Krebshilfe reagiert damit auf zwei Problemlagen, die Nachwuchswissenschaftlern in Deutschland die Karriere in der Forschung maßgeblich erschweren: einerseits die starke Absorption von an sich forschungsinteressierten jungen Ärzten durch die Patientenversorgung in Unikliniken, andererseits die im Vergleich zu klinisch tätigen Ärzten schlechte Dotierung und schwierigen Arbeitsbedingungen von Ärzten, die primär oder ausschließlich in der Forschung tätig sind.

Das Ziel: Enge interprofessionelle Zusammenarbeit

Das Ziel sei, onkologische Profilbereiche zu etablieren, die eine enge interprofessionelle Zusammenarbeit von ärztlichen und nichtärztlichen Nachwuchswissenschaftlern ermöglichen. Damit soll der Brückenschlag zwischen Grundlagen- und klinischer Forschung sowie Patientenversorgung gelingen. Die fünf geförderten Standorte – das sind die Unis Köln/Bonn, Frankfurt, Würzburg, Dresden und Hamburg – sollen modellhaft Lösungswege aufzeigen, um von der Gesundheits- und Wissenschaftspolitik langfristig auch flächendeckend umgesetzt zu werden.

Erreicht wird dies durch systematische Teambildung von Ärzten mit klinischer und wissenschaftlicher Ausrichtung, verbindlichen zeitlichen Forschungsanteilen von Ärzten, die in der Versorgung tätig sind, eine klare Definition von Karriereschritten sowie längerfristige Arbeitsplatzsicherheit und Rotation auch mit außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Zum Programm gehören auch Kooperationen mit Forschungsabteilungen der pharmazeutischen Industrie, die ihrerseits Forscherkarrieren ermöglicht.

Auswahlverfahren laufen

An allen Standorten haben zwischenzeitlich die Auswahlverfahren der ersten Bewerber begonnen, wobei sich aber, so die Referenten der jeweiligen Standorte, gezeigt habe, dass der Kreis der in Frage kommenden Aspiranten für eine geförderte Stelle nicht besonders groß ist. Geschätzt wird, dass derzeit nur etwa fünf Prozent der jungen Ärzte mit einer Promotion zum Kreis der aussichtsreichen Nachwuchswissenschaftler zählt. Es wäre aber schon viel gewonnen, den Kreis der Interessenten auf einen Anteil von zehn Prozent zu steigern.

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