Plädoyer für grundlegende Reform

AKG-Kliniken fordern eine klare Definition von Versorgungsstufen

Eine klare Definition von Versorgungsstufen fordert die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser. Das geplante Krankenhauspflegegentlastungsgesetz verzögere nur den dringend notwendigen Strukturwandel.

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Berlin. Durch die im Krankenhauspflegeentlastungsgesetz vorgesehenen „Hilfsgelder“ der Bundesregierung zur wirtschaftlichen Sicherung der Kliniken werde die aktuelle Krankenhausstruktur nur künstlich am Leben erhalten, kritisierte die Allianz Kommunaler Großkrankenhäuser (AKG) am Donnerstag in einer Mitteilung. Vielmehr sei ein schneller Einstieg in eine nachhaltige Krankenhausreform erforderlich. Dieser beinhalte zielgerichtete Investitionen in zukunftsfähige Versorgungsnetzwerken.

Die zentrale Ursache des Problems sei der Fachkräftemangel. Derzeit sei es deshalb nicht möglich, von über 44.000 theoretisch eingeplanten Betten, 38.000 zu betreiben. Dabei repräsentiert die AKG neun Prozent aller vollstationären Krankenhausbetten in Deutschland.

Allianz sieht in Gesetz keine Lösung

„Die Reformvorschläge im Krankenhauspflegeentlastungsgesetz versuchen kurzfristig, die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser zu stabilisieren, ohne jedoch die eigentliche Ursache anzugehen“, wird der Vorstandsvorsitzende der AKG-Kliniken, Dr. Matthias Bracht, zitiert. Die bestehenden Versorgungsstrukturen könnten angesichts fehlender Fachkräfte künftig nicht mehr in gleicher Weise betrieben werden. Derzeit sei es nicht möglich, von über 44.000 eingeplanten Betten 38.000 überhaupt zu betreiben.

Eine klare Definition von Versorgungsstufen biete dagegen allen Akteuren eine Perspektive in der Krise. Dafür sei eine klare Rollenverteilung zwischen den Krankenhäusern einer Region nötig, sagte AKG-Geschäftsführer Nils Dehne. (sam)

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