Nutzenbewertung

AMNOG als Motor für bessere Studien

Hersteller, Wissenschaftler und Behörden kommunizieren dank AMNOG intensiver untereinander, meinen Experten.

Veröffentlicht: 17.11.2014, 12:22 Uhr

DÜSSELDORF. Das AMNOG wird zu einer besseren Qualität der klinischen Studien für Arzneimittel führen, erwartet Thomas Müller, Leiter der Abteilung Arzneimittel beim Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA). Ein Grund: Die Anforderungen durch die Nutzenbewertung haben dazu geführt, dass sich Hersteller, Wissenschaftler und Behörden in allen Phasen der Studien intensiv austauschen.

"Dass man kommuniziert und sich ernsthaft berät, ist ein Vorteil, der nicht unterschätzt werden sollte", sagte Müller beim Medica Econ Forum der Techniker Krankenkasse. Das AMNOG werde seine echte Wirkung erst langfristig entfalten, glaubt er. Angesichts der langen Studienzyklen müsse man Geduld haben. "Man sollte die Stellschrauben nicht alle zwei Jahre ändern", betonte er.

Auch Gesundheitsökonom Professor Gerd Glaeske sieht in dem Gesetz einen Motor für bessere Studien. Zudem bringe es echte Innovationen voran. "Ich glaube, dass wir über die Zeit mehr positive Bewertungen haben werden", sagte Glaeske. Durch das AMNOG würden Arzneimittel quasi geadelt. "Wenn sich der Wettbewerb um Qualität herumspricht, ist das ein Anreiz für Unternehmen, genau diesen Wettbewerb zu suchen."

Der Bewertungsprozess müsse sich weiterentwickeln, forderte Dr. Richard Ammer, stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie. "Die Innovation muss aus Patientensicht bewertet werden." Ammer, der auch Geschäftsführer von Medice Arzneimittel Pütter ist, plädierte damit für den Wert von Schrittinnovationen. Für Patienten sei es ziemlich egal, ob ein Arzneimittel patentgeschützt ist oder einen Mehrwert abdeckt, weil es galenisch aufbereitet ist.

Eine wichtige Rolle bei der Nutzenbewertung spielt für Ammer auch, dass die Arzneihersteller in Deutschland nicht auf einer Insel leben und Medikamente international platziert werden müssen. Deshalb sei es wichtig, dass die Arzneimittel methodisch einheitlich bewertet werden. "Wir brauchen internationale Standards." (iss)

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