Unter neuen Vorzeichen

Ärzte in Berlin wählen Kammer neu

Die Kammerwahl in Berlin ist angelaufen, sechs Listen stellen sich zur Wahl. Doch die Gewichte haben sich im Vergleich zum letzten Urnengang 2014 verschoben. Der Ausgang der Wahl gilt als unvorhersehbar.

Von Angela Misslbeck Veröffentlicht: 24.10.2018, 14:03 Uhr
Ärzte in Berlin wählen Kammer neu

Dr. Günter Jonitz, Präsident der Ärztekammer Berlin, führt wie schon bei der vorangegangenen Wahl die Liste des Marburger Bundes an.

© Stephanie Pilick

BERLIN. In der Ärztekammer Berlin haben die Wahlen zur Delegiertenversammlung begonnen. Seit Mitte Oktober werden die Wahlunterlagen an die rund 32.400 Ärzte in der Hauptstadt versandt. Insgesamt sechs Listen stehen zur Wahl, zwei Listen wurden aus Form- und Fristgründen nicht zugelassen. Der Ausgang ist diesmal keineswegs vorherzusehen, da sich sowohl die Listen als auch ihre Spitzenkandidaten von den Verhältnissen bei der vorherigen Kammerwahl im Jahr 2014 unterscheiden.

HB und NAV gehen eigene Wege

Die Liste "Allianz Berliner Ärzte" bröckelt weiter. Sie stellt als zweitstärkste Fraktion im aktuellen Kammerparlament den Koalitionspartner des Marburger Bundes. Doch nachdem der ehemals zur Allianz gehörende Hartmannbund bereits bei der vorangegangenen Kammerwahl mit eigener Liste angetreten ist, hat sich nun auch der NAV-Virchow-Bund von der Allianz getrennt. Damit gehören der bisher sektor- und fachübergreifenden Liste inzwischen fast ausschließlich Vertreter des Medi-Verbunds und der KV-Liste "Die Fachärzte" an, die in der Vertreterversammlung der KV Berlin derzeit die Opposition stellen.

Die Allianz-Liste für die Kammerwahl wird angeführt von Kammervize Dr. Regine Held, gefolgt von KV-Oppositionsführer Dr. Christian Messer. Auch der ehemalige Kammervize Dr. Elmar Wille, der während seiner Amtszeit aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten war, tritt in der vierköpfigen Listenspitze der Allianz hinter Dr. Klaus-Peter Spies (Listenplatz 3) erneut an. Wille ist aus vergangenen Wahlen meist als der Kandidat mit den meisten persönlichen Stimmen hervorgegangen.

Nicht nur die Allianz, auch der NAV-Virchow-Bund wirbt in erster Linie um ambulant tätige Haus- und Fachärzte. Damit stehen die beiden Listen in direkter Konkurrenz zu- einander. Für die Liste des NAV-Virchow-Bundes fungiert Landesverbandschefin Dr. Christiane Wessel als Vertrauensperson. Sie ist zugleich Vorsitzende der KV-Vertreterversammlung.

Um die Stimmen der Berliner Hausärzte buhlt bei der Kammerwahl zudem der Hausärzteverband Berlin und Brandenburg. Er wirkt als vierte Kraft neben Marburger Bund, Allianz Berliner Ärzte und Hartmannbund an der bisherigen Vorstandskoalition der Berliner Ärztekammer mit. Verbandschef Dr. Wolfgang Kreischer steht auf der Hausärzte-Liste hinter Bettina Linder an zweiter Stelle.

Auf dem dritten Platz präsentiert sich die möglicherweise jüngste Kandidatin bei der Berliner Kammerwahl, Dr. Leonor Heinz, die auf Bundesebene für das Forum Weiterbildung der Fachgesellschaft der Allgemeinmediziner (DEGAM) spricht. Auch dabei: Dr. Irmgard Landgraf, die bereits mehrfach mit dem Praxis-Preis von Springer Medizin ausgezeichnet wurde.

Kammerchef führt MB-Liste an

Der Hartmannbund spricht mit seiner Liste "Hartmannbund Plus" ausdrücklich Ärzte aus allen Arbeitsbereichen an, also auch aus Kliniken und Behörden. Er schickt die komplette vierköpfige Vorstandsriege des Berliner Landesverbands als Spitzenteam ins Rennen.

Die Liste des Marburger Bundes führt erneut Kammerpräsident Dr. Günther Jonitz an. Der MB war bei der letzten Kammerwahl die einzige Liste, die sowohl absolut als auch relativ gewonnen hat. Er stellt die meisten Mitglieder im aktuellen Kammervorstand.

Die Liste "FrAktion Gesundheit", die seit mehreren Legislaturperioden als drittstärkste Liste die Opposition in der Kammerversammlung stellt, will bei dieser Wahl wieder Verantwortung in der Kammer übernehmen. Die Liste mit Ärzten aller Versorgungsbereiche schickt mit Katharina Thiede eine junge Kandidatin auf einem vorderen Listenplatz ins Rennen. Der Liste gehört auch der frühere Berliner Kammerpräsident Dr. Ellis Huber an, der jetzt dem Paritätischen Wohlfahrtsverband vorsitzt.

Die Briefwahl wird am Abend des 30. November ausgezählt.

Kammerwahl

  • Der Wahlausschuss hat sechs Wahlvorschläge mit insgesamt 229 Wahlbewerbern zur Kammerwahl zugelassen.
  • Der Wahlzeitraum hat am 16. Oktober begonnen und endet am 30. November um 18 Uhr.
  • Wahlberechtigte Ärzte können mit ihrer Hauptstimme einen Wahlvorschlag – eine der zugelassenen Listen – wählen. Mit zwei persönlichen Vorzugsstimmen können sie die Rangfolge der Bewerber der Liste beeinflussen, die mit der Hauptstimme gewählt wurde.
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