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Ärzte in Frankreich bangen um Honorarplus

Die französischen Kollegen fürchten um ihren Honorarzuwachs. Denn Paris muss gegen ein Milliardendefizit kämpfen. Ärzteverbände prophezeien vorsorglich heftige Reaktionen.

Denis Durand de BousingenVon Denis Durand de Bousingen Veröffentlicht:

PARIS. Auch in Frankreich muss stärker als geplant gespart werden, um die Schuldenkrise zu bewältigen.

Der von der Regierung beschlossene Haushaltsplan 2012 für die Krankenversicherung sieht vor, die Ausgaben weiter zu begrenzen sowie nach neuen Einahmenquellen zu suchen. Die Ärzte reagieren darauf empört und fürchten sich vor neuen Honorarkürzungen.

Wie jedes Jahr stellte Anfang September die Regierung den Haushalt der Krankenversicherung für das kommende Jahr vor.

Defizit bei zehn Milliarden Euro

Nach diesem Entwurf sollten die Gesundheitsausgaben maximal um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr steigen.

Geplant waren auch verschiedene Beitragserhöhungen sowie Kapitalsteuererhöhungen, um das Defizit der Krankenversicherung, das 2011 voraussichtlich bei zehn Milliarden Euro liegen wird, im kommenden Jahr unter die Sechs-Milliarden-Grenze zu drücken.

Bis auf einige technische Maßnahmen blieben in diesem Etatentwurf Ärzte und Gesundheitsberufe verschont.

Etatvolumen soll geringer wachsen

Die Situation könnte sich drastisch ändern, nachdem Premierminister François Fillon Anfang November einen neuen allgemeinen Sparplan vorstellen musste, der in die Sozial- und Krankenversicherung einschneidet.

Nun soll das Etatvolumen um 0,3 Prozentpunkte weniger wachsen; weitere 500 Millionen Euro müssen gespart werden. Im Vergleich zu Deutschland zaghafte Schritte.

Jetzt werden auch Ärzte und Pharmaindustrie zur Kasse gebeten. Die Regierung plant, den Preis vieler Generikapräparate zu senken und die Verschreibung dieser Arzneimittel mit neuen Instrumenten zu fördern.

Honorarplus auf dem Prüfstand

Erneut sollen ärztliche Honorare für radiologische und labormedizinische Leistungen leicht gesenkt werden. Auch die Krankenversicherung soll jetzt ihre Haushaltskosten reduzieren.

Vor allem fürchten sich aber niedergelassene Ärzte. Es kursieren Gerüchte, dass die im Juli mit den Kassen verhandelten Honorarerhörungen gestrichen würden.

Sollte sich das bestätigen, dann muss die Regierung mit heftigen Reaktionen rechnen, warnen die Ärzteverbände bereits vorsorglich.

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