Impfstoff-Verteilung

Spahn: Corona-Impfung für Ärzte und Pflege wohl zuerst

Deutschland hat sich mehr Corona-Impfstoff-Dosen gesichert als es Bundesbürger gibt, berichtet Gesundheitsminister Spahn. Dennoch wird eine Priorisierung nötig sein.

Veröffentlicht: 15.09.2020, 16:29 Uhr
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (l), und Wissenschafts- und Bildungsministerin Anja Karliczek sehen die drei deutschen Projekte zur Erforschung eines Corona-Impfstoffes auf einem guten Weg.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (l), und Wissenschafts- und Bildungsministerin Anja Karliczek sehen die drei deutschen Projekte zur Erforschung eines Corona-Impfstoffes auf einem guten Weg.

© Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Berlin. Für die Zeit nach der Zulassung des ersten COVID-19-Impfstoffes gibt es Überlegungen, an wen die Vakzine zuerst ausgegeben werden soll. Das Bundesgesundheitsministerium habe die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert Koch-Institut (RKI) damit beauftragt, Empfehlungen dafür zu entwickeln, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag vor der Presse in Berlin.

Es sei davon auszugehen, dass unmittelbar nach einer Zulassung zunächst keine für die Impfung der gesamten Bevölkerung ausreichende Menge an Impfstoffen zur Verfügung stehen werde, so Spahn.

Gehören Ärzte und Pflegekräfte zu den Ersten?

Priorisierung bedeute, dass zunächst besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen geimpft würden. Dazu zählten auch die Ärzte und weiteres medizinisches, pflegerisches und therapeutisches Personal.

Deutschland habe sich bislang deutlich mehr Impfdosen vertraglich gesichert, als die Bevölkerung Köpfe habe, erläuterte Spahn. Darunter sind allein 54 Millionen Dosen des Impfstoffes von Astra Zeneca. Weitere 40 Millionen Dosen kommen von den deutschen Unternehmen BioNTech und CureVac. Zusätzliche Dosen sollen aus Beteiligungen an internationalen Vereinbarungen zur Impfstoffentwicklung an Deutschland gehen.

Beide Unternehmen werden aus Mitteln des Bundesforschungsministeriums unterstützt. Das Mainzer Unternehmen BioNTech erhalte demnach 375 Millionen Euro, CureVac aus Tübingen 230 Millionen, berichtete Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Dienstag. Beide arbeiten an mRNA-Impfstoffen.

Forschungsprojekte auf einem guten Weg

Die Forschungen der IDT-Biologika Dessau-Rosslau an einem vektorbasierten Impfstoff in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung soll 145 Millionen Euro bekommen. Hier seien die Gespräche noch nicht endgültig abgeschlossen, sagte Karliczek. Ziel der Förderung sei auch, die Produktionskapazitäten jetzt schon auszuweiten, um im Moment der Zulassung bereits vorbereitet zu sein.

Alle drei Forschungsprojekte in Deutschland seien auf gutem Weg, sagte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), Professor Klaus Cichutek. BioNTech sei in Phase 3 der klinischen Prüfungen, CureVac in Phase 2. IDT Biologika stehe kurz vor den klinischen Prüfungen seines Impfstoffes, so Cichutek.

Die beiden Minister und Cichutek stellten einen fertigen Impfstoff für Anfang kommenden Jahres oder im Verlauf des kommenden Jahres in Aussicht. (af)

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