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Schleswig-Holstein

Ärztegenossenschaft Nord warnt vor Investoren

Finanzielle Anreize führen zu Fehlentwicklungen, mahnen Ärzte im Norden. Die Politik sollte handeln.

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Bad Segeberg. Die Ärztegenossenschaft Nord fordert die Politik zum Handeln auf, weil zunehmend Finanzinvestoren in die ambulante Medizin drängen. Die Idee, mit Privatisierungen eine Kostensenkung bei gleichzeitigem Erhalt des Versorgungsniveaus zu erreichen, betrachtet die Organisation als gescheitert.

Dr. Svante Gehring, Vorstandssprecher der Ärztegenossenschaft, erlebt als Hausarzt in Norderstedt, dass Patienten stationär unnötigen oder zu frühen Operationen und Herzkathetereingriffen ausgesetzt werden. Zugleich beobachtet er vermehrt, dass Patienten entweder gar nicht mehr stationär aufgenommen werden oder zu schnell entlassen werden.

Beide Fehlentwicklungen führt er auf die finanziellen Anreize zurück. „Neben der Überversorgung existiert in Deutschland inzwischen eine genauso eklatante Unterversorgung“, sagte Gehring.

Sorgen wegen unfairen Wettbewerbs

Er fürchtet, dass sich die Entwicklung verschärft, wenn Investoren den ambulanten Sektor als renditeträchtig erachten. Praxen niedergelassener Ärzte sieht Gehring dagegen am Patientenwohl ausgerichtet – und damit der Gefahr eines unfairen Wettbewerbs gegen Investoren ausgesetzt.

Der Staat sei daher in der Pflicht, Bürger vor weiterem Vordringen von „Großinvestoren“ zu schützen. Die Ärztegenossenschaft vertritt die Interessen von rund 1800 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten aus Norddeutschland. (di)

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