Konferenz in Ruanda

Afrika will bis 2040 Vakzine selbst herstellen

In Afrika sind gerade mal sieben Prozent der Bevölkerung vollständig gegen SARS-CoV-2 geimpft. Die Afrikanische Union will nun nicht länger auf Vakzine warten, sondern handeln – und das langfristig.

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Kigali/Johannesburg. Afrika will seine Impfstoffproduktion von aktuell weniger als einem Prozent rasch ausbauen. „Omikron ist da ein Weckruf“, mahnte John Nkengasong vom Afrikanischen Zentrum für Infektionskrankheiten (Africa CDC) am Montag bei einer Konferenz in Ruandas Hauptstadt Kigali. Bis 2040 peile die Afrikanische Union die Produktion von 60 Prozent auf dem Kontinent an. Der Aufbau einer kontinentalen Impfstoffproduktion sei nicht nur im Kampf gegen Corona notwendig, sondern auch gegen andere Krankheiten wie Malaria oder Ebola.

Seit dem Aufbau einer entsprechenden Plattform vor acht Monaten durch die Afrikanische Union (AU) habe es erste Fortschritte gegeben, sagte Ruandas Präsident Paul Kagame. Dazu zähle die Gründung der Afrikanischen Medizin-Agentur (AMA). In Afrika sind gerade mal sieben Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. „Wir können nicht mehr warten, wir müssen diese Abhängigkeit durchbrechen und unser Gesundheitssystem stärken“, forderte der AMA-Beauftragte der AU, Michel Sidibe.

Afrika, das laut AU-Angaben 2019 für seine Pharma-Produkte 16 Milliarden Dollar ausgab, stärke nun seine Position und biete Investitionsmöglichkeiten. Länder wie Ägypten, Marokko, Südafrika, Senegal und Ruanda sehen sich mit entsprechenden Projekten als Vorreiter, auch Kenia und Nigeria stünden bereit. Neben dem Know-how-Transfer ist auch der Aufbau der Logistik nötig. „Die Impfstoffherstellung braucht Koordinierung“, forderte Monique Nsanzabaganwa, die Vize-Vorsitzende der AU-Kommission. Die Europäische Union sagte Unterstützung zu.

„Mehr als 80 Prozent der weltweiten Impfstoffe gingen an G20-Staaten; in Niedriglohnländer – die meisten davon in Afrika – gingen gerade mal 0,6 Prozent“, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Gut 100 Länder verfehlten das diesjährige Ziel einer 40-prozentigen Impfung der Bevölkerung – die Hälfte davon in Afrika. (dpa)

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