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Kommentar zur Hamburger Beschwerdestelle für Menschen mit Psychiatrieerfahrung

Angebot weg, Bedarf bleibt

In Hamburg schließt die Unabhängige Beschwerdestelle für Menschen mit Psychiatrieerfahrung ihre Pforten. Doch das Angebot wird weiter benötigt.

Von Dirk Schnack Veröffentlicht:

Das deutsche Gesundheitswesen bietet viele Leistungen und viel Unterstützung – aber es ist auch kompliziert. Vielen Menschen fällt es schwer, ihren Bedarf zu artikulieren, ihre Rechte einzufordern und die richtigen Stellen zu finden, an denen ihnen geholfen werden kann. Deshalb gibt es Unterstützung: Flächendeckend etwa die Unabhängige Patientenberatung oder regional zum Teil Ombudsvereine, die vermitteln, schlichten, mögliche Lösungswege aufzeigen.

Manchmal sind die Fragen und Probleme so speziell, dass Selbsthilfegruppen am besten helfen können. Das Problem: Diese Arbeit ist stark vom Ehrenamt und damit vom persönlichen Engagement Einzelner geprägt. Ähnlich ist es bei der Unabhängigen Beschwerdestelle für Menschen mit Psychiatrieerfahrung in Hamburg, die ihre Auflösung zum Monatsende bekanntgab – es fand sich kein Nachwuchs mehr für die ehrenamtliche Arbeit.

Erschwerend kommt für den Verein hinzu, dass Menschen mit Psychiatrieerfahrung eine vergleichsweise kleine Gruppe ohne Lobby sind. Damit teilen sie das Schicksal all der Betroffenen, deren Erkrankungen und Probleme nicht im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Dennoch brauchen diese Gruppen Unterstützung.

Die Forderung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes nach einer Professionalisierung dieser Unterstützung ist nachvollziehbar und richtig. Das Problem bleibt die Finanzierung und eine Grundlage dafür im Sozialgesetzbuch zu finden. So droht die Beschwerdestelle in Vergessenheit zu geraten, ohne dass der Bedarf für seine Leistungen verschwindet.

Schreiben Sie dem Autor: gp@springer.com

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