Apotheke

Anzag stellt sich auf Gewinnrückgang ein

In den kommenden Wochen will die Anzag mit ihren Apothekenkunden Konditionengespräche führen. Von den geplanten Rabatt-Kürzungen sollen kleine Apotheken verschont werden.

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Den Apotheken, die sehr wenig bekommen, können wir nicht noch mehr wegnehmen", sagte der Anzag-Vorstandsvorsitzende Dr. Thomas Trümper anlässlich der Bekanntgabe der Geschäftszahlen 2010 Anfang Dezember in Frankfurt. Trümper bekräftigte jedoch erneut seine Auffassung, dass der durch das AMNOG geforderte Obolus von der Branche nicht zu schultern sei. Trümper: "Es ist "unausweichlich, dass wir die Belastungen an die Apotheken durchreichen müssen".

Auch die Aktionäre des Pharmagroßhändlers bekommen die Auswirkungen des AMNOG zu spüren: Trotz ausgesprochen guter Entwicklung soll keine Dividende ausgeschüttet werden. "Wir können einfach nicht absehen, wie sich dieser Markt und wie sich der Wettbewerb entwickelt. Deshalb halten wir unser Geld erst mal zusammen", begründete Trümper den Verzicht auf einen Dividendenvorschlag.

Im Geschäftsjahr 2010 (zu Ende August) verbesserte sich der Anzag-Umsatz um sieben Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Vor Steuern nahm der Gewinn um stolze 81 Prozent auf 40,5 Millionen Euro zu. Nach Steuern blieben mit 30,5 Millionen Euro 18 Prozent mehr in der Konzernkasse.

Dank des öffentlichen Versorgungsauftrages, den die 15. AMG-Novelle den Grossisten bescherte, habe die Branche "erstmals seit vielen Jahren" stärker als der Gesamtmarkt zugelegt - nämlich um rund sechs Prozent gegenüber nur vier Prozent bei den Pharmaherstellern. Für die Anzag hieß es im Inland insgesamt 5,4 Prozent mehr Umsatz (auf 3,8 Milliarden Euro). Der Umsatzanteil der direkt von den Herstellern in die Apotheke gelieferten Produkte sei inzwischen von 17,5 Prozent vor Inkrafttreten der AMG-Novelle auf 15,8 Prozent zurückgegangen. Dass diese Quote noch weiter sinkt und damit dem Großhandel weiteres Geschäft wieder zufällt, hält Anzag-Chef Trümper für unwahrscheinlich.

Ein Treiber der Gewinnentwicklung waren 2010 auch die Anzag-Töchter im ehemaligen Jugoslawien, in Rumänien und Litauen. Deren gemeinsamer Umsatz stieg um 25 Prozent auf 343 Millionen Euro. Damit entfielen zwar nur acht Prozent des Konzernumsatzes auf den Pharma-handel im Ausland. Zum operativen Konzernergebnis (EBIT) jedoch trugen die Töchter mit 16 Millionen Euro (+72 Prozent) fast ein Drittel bei.

Für eine weitere Internationalisierung habe man bereits Ziele ins Auge gefasst, so Trümper. Allerdings müsse mit dem neuen Mehrheitseigner Alliance Boots besprochen werden, inwieweit die Anzag hier selbst aktiv werden kann. Für 2011 rechnet Trümper mit drei Prozent Umsatzplus. Der Gewinn dürfte dieses und nächstes Jahr aber "unter dem Niveau von 2010 liegen". (cw)

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