Lebensstilberatung
Schlafhygiene: Neue Arbeitsmaterialien für das Arzt-Patienten-Gespräch
22 Prozent der Bevölkerung haben Schlafprobleme. Die Stiftung Gesundheitswissen stellt Praxismaterialien bereit, die Häusärztinnen und Hausärzte beim Patientengespräch zu besserem Schlaf nutzen können.
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Schlaf ist für die Menschen ein wichtiges Thema. Gibt es damit Probleme, wenden sie sich häufig an ihre Hausärztinnen und Hausärzte.
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Berlin. 22 Prozent der Bevölkerung haben Schwierigkeiten, durchzuschlafen oder wachen deutlich zu früh auf. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung der Stiftung Gesundheitswissen, die am Dienstag veröffentlicht wurde.
Frauen sind mit 26 Prozent häufiger betroffen als Männer (18 Prozent). Als mögliche Ursachen kommen unter anderem Verhaltensweisen infrage, die einem erholsamen Schlaf entgegenstehen: So nutzen 78 Prozent der Befragten Bildschirme unmittelbar vor dem Einschlafen.
„Hausärztinnen und Hausärzte sehen hier einen wichtigen Ansatzpunkt für die Lebensstilberatung – und wünschen sich praxistaugliche Materialien, um das Thema Schlafhygiene im Praxisalltag gezielt ansprechen zu können“, heißt es in der Mitteilung. Die Stiftung Gesundheitswissen stellt nun neue, kostenfreie Praxismaterialien für das Arzt-Patienten-Gespräch zur Verfügung.
Strukturierter, nichtmedikamentöser Ansatz
Gerade hier setzt das Konzept der Schlafhygiene an. Als strukturierter, nichtmedikamentöser Ansatz kann sie Patienten dabei unterstützen, ihren Schlaf nachhaltig zu verbessern. In der hausärztlichen Sprechstunde fehle jedoch häufig die Zeit, das Thema ausführlich zu besprechen oder konkrete Alltagsempfehlungen zu vermitteln, heißt es.
Die Forschungsergebnisse zeigten, dass Schlafhygiene eine relevante Rolle in der hausärztlichen Lebensstilberatung spielt. Daher hat die Stiftung eine kompakte Kurzinformation entwickelt, die übersichtlich zentrale Punkte zusammenfasst, die für einen gesunden Schlaf empfohlen werden.
„Die Materialien sind verständlich aufbereitet und können kostenfrei im Praxisalltag eingesetzt werden – sowohl zur Unterstützung des Gesprächs als auch zur Mitgabe an die Patientinnen und Patienten“, erläutert die Stiftung Gesundheitswissen in der Pressemitteilung.
Schlaftagebuch unterstützt die diagnostische Einschätzung
Ergänzend steht ein Schlaftagebuch zur Verfügung, das Ärztinnen und Ärzte bei der Einschätzung der Schlafproblematik unterstützen kann. Dies erleichtere die Abgrenzung zwischen vorübergehenden Schlafstörungen und einer behandlungsbedürftigen Insomnie.
ber einen Zeitraum von zwei Wochen erfassen die Patienten darin unter anderem Einschlaf- und Aufwachzeiten, subjektive Schlafqualität sowie ihr tägliches Befinden.
Das Formular sei bewusst einfach gehalten und in wenigen Minuten pro Tag von den Patientinnen und Patienten auszufüllen. So entsteht ein strukturierter Überblick, der die weitere ärztliche Beratung und Entscheidungsfindung unterstützt. (kaha)




