Gesundheitspolitik international

Auf der Suche nach Unterstützung für Diabetes-Patienten in Europa

BRÜSSEL (spe). Die eigentliche Herausforderung bei der Betreuung von Patienten mit Diabetes Typ 2 ist die Verbesserung ihrer Lebensführung. Das ist bei einem Diskussionsforum in Brüssel deutlich geworden.

Veröffentlicht: 11.12.2008, 05:00 Uhr

"Wir fokussieren uns noch zu sehr auf die pharmazeutische Versorgung der Patienten", sagt Stephan Martin, Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums, Sana-Kliniken Düsseldorf, jetzt in Brüssel. Martin betreut eine Initiative der von ihm ins Leben gerufenen Stiftung "Chancen bei Diabetes", die prüft, inwiefern eine regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle zu einer Lebensstiländerung und einer besseren Blutzucker-Einstellung beitragen kann. An der im Januar gestarteten Studie nehmen über 400 nicht-insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker teil, deren Diagnose maximal fünf Jahre zurückliegt.

Strategisches Ziel: Blutzucker-Selbstkontrolle.

Eine Zwischenauswertung der Daten von 212 Teilnehmern ergab, dass die Patienten im Schnitt 2,3 Kilogramm Gewicht verloren haben und bessere Nüchtern- und Langzeitblutzuckerwerte aufweisen. Der durchschnittliche HbA1c-Wert lag zwölf Wochen nach Beginn der Initiative bei 6,37 (vorher 6,64). Der Blutdruck der Teilnehmer sank im Mittel um vier beziehungsweise drei mm/HG und die Blutfettwerte verbesserten sich von 128 mg/dl LDL-Cholesterin auf 120 mg/dl.

Die Aktion "Eigeninitiative" soll Typ-2-Diabetiker davon überzeugen, dass jeder seinen Blutzuckerspiegel durch verbesserte Ernährungsgewohnheiten und regelmäßige körperliche Aktivitäten signifikant beeinflussen kann, so Martin. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Diabetes-Patienten in ganz Europa sei es erforderlich, die Betroffenen zu regelmäßigen Blutzuckerselbstkontrollen und einer verbesserten Lebensführung zu motivieren.

Zwischen 2003 und 2006 stieg die Zahl der Diabetiker in den 27 EU-Mitgliedstaaten einem Bericht der Internationalen Diabetes-Vereinigung (IVD) zufolge um 20 Prozent auf 31 Millionen. Die IVD rechnet bis 2025 mit einem weiteren Anstieg um zehn Prozent. "Wir benötigen vernünftige politische Ansätze, um die Volkskrankheit zu bekämpfen", sagte der CDU-Europaabgeordnete Thomas Ulmer in Brüssel.

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