Direkt zum Inhaltsbereich

Auf der Suche nach Unterstützung für Diabetes-Patienten in Europa

BRÜSSEL (spe). Die eigentliche Herausforderung bei der Betreuung von Patienten mit Diabetes Typ 2 ist die Verbesserung ihrer Lebensführung. Das ist bei einem Diskussionsforum in Brüssel deutlich geworden.

Veröffentlicht:

"Wir fokussieren uns noch zu sehr auf die pharmazeutische Versorgung der Patienten", sagt Stephan Martin, Ärztlicher Direktor des Westdeutschen Diabetes- und Gesundheitszentrums, Sana-Kliniken Düsseldorf, jetzt in Brüssel. Martin betreut eine Initiative der von ihm ins Leben gerufenen Stiftung "Chancen bei Diabetes", die prüft, inwiefern eine regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle zu einer Lebensstiländerung und einer besseren Blutzucker-Einstellung beitragen kann. An der im Januar gestarteten Studie nehmen über 400 nicht-insulinpflichtige Typ-2-Diabetiker teil, deren Diagnose maximal fünf Jahre zurückliegt.

Strategisches Ziel: Blutzucker-Selbstkontrolle.

Eine Zwischenauswertung der Daten von 212 Teilnehmern ergab, dass die Patienten im Schnitt 2,3 Kilogramm Gewicht verloren haben und bessere Nüchtern- und Langzeitblutzuckerwerte aufweisen. Der durchschnittliche HbA1c-Wert lag zwölf Wochen nach Beginn der Initiative bei 6,37 (vorher 6,64). Der Blutdruck der Teilnehmer sank im Mittel um vier beziehungsweise drei mm/HG und die Blutfettwerte verbesserten sich von 128 mg/dl LDL-Cholesterin auf 120 mg/dl.

Die Aktion "Eigeninitiative" soll Typ-2-Diabetiker davon überzeugen, dass jeder seinen Blutzuckerspiegel durch verbesserte Ernährungsgewohnheiten und regelmäßige körperliche Aktivitäten signifikant beeinflussen kann, so Martin. Vor dem Hintergrund der steigenden Zahl von Diabetes-Patienten in ganz Europa sei es erforderlich, die Betroffenen zu regelmäßigen Blutzuckerselbstkontrollen und einer verbesserten Lebensführung zu motivieren.

Zwischen 2003 und 2006 stieg die Zahl der Diabetiker in den 27 EU-Mitgliedstaaten einem Bericht der Internationalen Diabetes-Vereinigung (IVD) zufolge um 20 Prozent auf 31 Millionen. Die IVD rechnet bis 2025 mit einem weiteren Anstieg um zehn Prozent. "Wir benötigen vernünftige politische Ansätze, um die Volkskrankheit zu bekämpfen", sagte der CDU-Europaabgeordnete Thomas Ulmer in Brüssel.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

© quantic69 | iStock

Politische Perspektive

Nationale Politik an Europas Gesundheitszielen ausrichten

Anzeige | CSL Behring GmbH
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Schmerzen im Unterleib: HWI werden künftig nach Krankheitszeichen klassifiziert.

© Science Photo Library

Neuklassifikation

Unkomplizierte und komplizierte Harnwegsinfektion? Das war einmal!

Jemand richtet eine Lupe auf die Abbildung eines menschlichen Herzes.

© valiantsin suprunovich / Getty Images

Erkrankung des Herzmuskels

Magnetokardiographie zur Kardiomyopathie-Diagnostik?